Elul
/Paraschat Ki Tawo

Raw Wein zu Parschat Re'eh 5771

Eine g’ttliche Minderheit

Ergänzt von S. Weinmann

„Wenn der Ewige, dein G“tt, die Völker vor dir her ausrottet, dass du hinkommst, ihr Land einzunehmen, und es eingenommen hast und darin wohnst,  so hüte dich, dass du nicht in den Strick fallest ihnen nach, nachdem sie vertilgt sind vor dir, und nicht fragst nach ihren Göttern und sprichst: Wie diese Völker haben ihren Göttern gedient, also will ich auch tun. Du sollst nicht also dem Ewigen, deinem G“tt, tun…“ (Dewarim 12, 29-31)

„Ihr seid Kinder des Ewigen, eures G“ttes; ihr sollt euch um eines Toten willen keine Einschnitte und über euren Augen keine Glatze machen. Denn ein heiliges Volk bist du dem Ewigen, deinem G“tt; und dich hat der Ewige aus allen Völkern auf Erden erwählt, dass du sein Eigentum seiest. Du sollst keine Gräuel essen...“ (Dewarim 14, 1-3)

In unserm Wochenabschnitt Re‘eh stellt uns die Tora die ultimative Herausforderung jeder Minderheit vor, die in einer Gesellschaft lebt, wo die Kultur, Sitten und Lebensweise der Mehrheit sich radikal von denen der Minderheit unterscheiden. Die menschliche Natur verabscheut Aussenseiter, alle die offensichtlich anders sind. Und deshalb liegt in jedem von uns tief drinnen ein Trieb, sich anzupassen, dazuzugehören, Teil des Ganzen zu werden und nicht isoliert und fremd zu bleiben.

Die Tora fasst es kurz und bündig zusammen, "Wie kommt es, dass die meisten Völker der Welt heidnische Götter anbeten?" „Sind alle falsch und nur ich bin richtig? Können sich siebzig Völker irren, liegen Milliarden von Menschen falsch?“ Und deshalb: "Ich will auch so tun. Ich geselle mich zu der Menge und verneige mich vor Göttern aus Holz und Stein, die von Menschen selbst gefertigt wurden.“

Trotz der Absurdität dieser Logik, widerspiegelt sie die menschliche Natur. Im Traktat Sanhedrin 102b lehrt uns der Talmud, dass Rav Aschi, ein

grosser Gelehrter, einmal Menasche, den König von Juda und Sohn des frommen Königs

Chiskijahu in einem Traum sah. Menasche führte zu Beginn seiner 55-jährigen Regentschaft als König, das Heidentum als Staatsreligion von Juda ein (Könige II, 21,1-9).

Später bereute er seine Tat, doch der Schaden war schon angerichtet. Der Gelehrte fragte Menasche, wie er auch nur einen Moment lang, ernsthaft an Heidentum glauben konnte. Menasche antwortete ihm:“ Hättest du in meiner Zeit und meinem sozialen Umfeld gelebt, so hättest du den Saum deines Gewandes aufgehoben (um schneller rennen zu können), und wärst mir nachgerannt um dem Götzen zu dienen!" Menasche und seine Gesellschaft wurden von der Kultur der Mehrheit beeinflusst, entgegen aller realistischen Beweise und dem g’ttlichen Gebot.

Jüdische Geschichte, besonders in den letzten drei Jahrhunderten, ist mit den Trümmern der Kulturen der Mehrheit übersät, die bankrott gegangen sind und sich als katastrophal erwiesen haben. Von den "Deutschen jüdischen Glaubens", bis zu den Marxisten ersten Ordnung, zog es katastrophale Folgen nach sich, wenn Juden den Kulturen der Mehrheit folgten.

Die heutige Kultur der Mehrheit toleriert nicht nur, sondern fördert unsittlichen Hedonismus, das Streben nach Reichtum und Gewinn um jeden Preis, falschen Universalismus und verzerrte Vorstellungen von intellektuellen und akademischen Rechten, und führt langsam aber sicher zu einer Katastrophe für viele ahnungslose Juden. Ein Teil des Problems liegt in der Tatsache, dass die meisten Juden, ahnungslos und unwissend jeglicher jüdischen Geschichte oder Tradition, die Falle einfach nicht erkennen können, in die sie laufen.

Sie "nehmen den Saum ihrer Gewänder in die Hand" um schneller zu laufen, um die momentanen Götter der Mehrheitskultur zu verehren. Ihre Haltung stellt das Überleben des jüdischen Volkes in Gefahr. Und doch, darf niemand gegen diese aktuellen Mehrheitsnormen sprechen, damit man nicht als Quertreiber und altmodisch gebrandmarkt wird.

In dieser Parscha, sollte die Warnung der Tora, nicht den Kulturen der Mehrheit blind zu folgen, sicherlich in unserer aktuellen "jüdisch demokratischen" Welt widerhallen. Wir sollten darauf achten, mit Bedacht zu wählen, auf unsere Tradition und Geschichte zu hören und uns damit begnügen, eine g‘ttliche Minderheit zu sein, unerschütterlich in unseren Prinzipien, Idealen und jüdischer Lebensweise.

Schabbat Schalom,

Rabbi Berel Wein



Rav Frand, Copyright © 2011 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum und auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie www.torah.org.

What do you think?

Send us feedback!

Drucken E-Mail

  • /parascha/58-reeh/1173-raw-ciner-zu-parschat-re-eh-5772.html
  • /parascha/58-reeh/972-raw-ciner-zu-parschat-reeh-5770.html

Das diesjährige Schabbat-Projekt - von Oberrabbiner Warren Goldstein

WhatsApp Image 2018 11 01 at 16.12.30

Ein nicht beabsichtigtes Schabbat-Verbot

שולחן שבת

Schabbat - Gedenktag der Schöpfung und G-ttes Einflussnahme auf die Geschichte

שבת

Aktuell sind 511 Gäste und keine Mitglieder online

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels
in der Schweiz

hotelinberge

Koschere Hotels