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Der Dienst des Herzens - Rav Lam zu Paraschat Ejkew 5780 – Beitrag 3

Ergänzungen: S. Weinmann

Der Dienst des Herzens

Wir sagen es an jedem Tag, mindestens zweimal:

"Und wenn Ihr auf Meine Gebote hört, die Ich euch heute gebiete, Haschem, euren G"tt, zu lieben, und Ihm mit eurem ganzen Herzen und eurer ganzen Seele zu dienen…" [Dewarim 11:13].

"…und Ihm mit eurem ganzen Herzen zu dienen…". Was bedeutet dies? Erklärt Raschi zur Stelle: Einen Dienst mit dem Herzen, das ist das Gebet, denn das Gebet wird ein Dienst genannt, so heisst es…

Die Aufgabe des Gebets ist es, mit dem Herzen Haschem zu dienen. Wie wird dies getan? Wie wird dies getan, wenn wir einfach nur einen geschriebenen Text lesen müssen? Diese Frage wird oft und aus gutem Grund gestellt. Die Frage ist berechtigt: Wie wird es getan?

Die Antwort kann im berühmten Brief, den der Ramban seinem Sohn schrieb (Igeret haRamban), gefunden werden. Bezüglich des Gebets erteilt er ihm den folgenden Rat: "Entferne während des Gebetes von deinem Herzen all deine weltlichen Probleme, und bereite dein Herz vor Haschem vor; reinige deine Gedanken und überlege und bereite deine Worte vor, bevor du sie sprichst..." Der praktische Rat in diesem Brief sind diese zehn Worte: "überlege und bereite deine Worte vor, bevor du sie sprichst ".

Ein relativ kurz verheirateter Mann, der mit Eheproblemen rang, kam zu seinem Rabbiner und bat ihn um Rat, wie er das Lächeln auf dem Gesicht seiner gewesenen Braut zurückbringen könne. Der Rabbiner fragte ihn, ob er seiner Frau je am Erew Schabbat einen Blumenstrauss gebracht habe! Er schaute den Rabbiner seltsam an und gab zu, dass er dies noch nie getan habe.

Dann eröffnete ihm der Rabbiner seine erste grosse Idee: "Stelle sicher, dass du deiner Frau jeden Erew Schabbat frische Blumen bringst!" "Das ist es?" fragte er. "Nein!" sagte der Rabbiner. "Du muss etwas dazu schreiben oder ihr einige schöne und schmeichelhafte Worte sagen!" Der arme junge Mann schaute den Rabbiner verwirrt an. "Ich habe keine Ahnung, was ich sagen soll!" Der Rabbiner gab ihm dann einige klischeehafte Beispiele, die erfolgreich sein könnten: "Heute betrachte ich mich als den glücklichsten Mann der Welt!" oder "Soll ich dich zu einem Sommertag vergleichen?"

Pflichtbewusst suchte der Student vor Schabbat ein elegantes Bouquet und schrieb sich diese ausgesuchten Sprüche nieder, um sie im magischen Moment vorzutragen. Zur angemessenen Zeit kam er vor dem heiligen Schabbat zu seiner Frau und überreichte ihr die Blumen. Sie strahlte vor Freude und schaute ihn erwartungsvoll an, um seine Worte zu hören, wie der Rabbiner vorausgesagt hatte. Er schaute auf sein Papier und sagte dann zu ihr: "Der Rabbiner sagte, ich solle sagen 'Heute betrachte ich mich als den glücklichsten Mann der Welt!'" Er sagte auch, dass ich sagen soll: "Soll ich dich mit einem Sommertag vergleichen!" Ihr Lächeln verwandelte sich in ein Stirnrunzeln, und der Blumenstrauss landete auf seinem Kopf, und er fühlte, dass er in Ungnade gefallen war, eventuell noch mehr als zuvor.

Was für eine verpasste Gelegenheit! Er sagte nicht seine eigenen Worte! Sie verstand die Botschaft! Dies waren nicht Worte seines Herzens. Was hätte er tun sollen? Lasst uns einen Moment nachdenken!

Einen Moment zu überlegen und über ein Wort nachzudenken, bevor man es sagt, macht einen zu einem erfolgreichen Redner. Es wird persönlich. Es fügt einen Tropfen des Treibstoffs der Absichtlichkeit hinzu. Wenn wir Worte aufsagen und sogar korrekt übersetzen, dann jedoch klar wird, dass dies nicht unsere eigenen Worte sind, ist es, wie wenn wir bei der Tefila (beim Gebet) sagen würden: Die "Anschej Knesset Hagedola" (Männer der Grossen Synode – die Verfasser unseres Gebetbuches) sagten, ich solle "Baruch Ata" sagen."

Es zu versuchen, wie der Ramban es verordnet, ist erfahrungsgemäss erfolgversprechend. Zugegeben, es ist nicht leicht. Es mag sogar langatmig erscheinen. Versuchen Sie es mit einer Beracha. Sie könnten zum Schluss kommen, dass die Dinge sich verlangsamen. Jedoch nimmt jede Äusserung eine neue Bedeutung an und fühlt sich echt an. Das Licht geht an. Wenn man dies auch nur mit einer oder zwei Berachot versucht, kann es zwar erschöpfend, jedoch auch unglaublich bereichernd sein. Dies ist der Grund, warum das Gebet zu Recht Herzarbeit genannt wird.

 

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Raschi [Rabbi Schlomo ben Jizchak] (1040-1105); Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller TENACH- und Talmudkommentare“.
  • Ramban: Rabbi Mosche ben Nachman (1194 - 1270); Gerona, Spanien; Erez Israel; einer der führenden Toragelehrten (Rischonim) des Mittelalters, einer der Haupterklärer des Chumasch (fünf Bücher Moses), wie Verfasser weiterer Werke in Haschkafa (Kitwej haRamba“n) und Abhandlungen zum Talmud.

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Die Bearbeitung der Beiträge dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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