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Am jedem Tag und in jeder Nacht - Rav Lam zu Paraschat Ejkew 5780 – Beitrag 2

An jedem Tag und in jeder Nacht

 

Und nun, Israel, was verlangt denn der Ewige, dein G"tt, von dir? Doch nur, dass du den Ewigen, deinen G"tt, fürchtest, in allen Seinen Wegen wandelst und Ihn liebst, dass du  dem Ewigen, deinem G"tt, mit deinem ganzen Herzen und deiner ganzen Seele dienst [Dewarim 10:12].

Unsere Weisen folgerten aus diesem Passuk, dass "alles vom Himmel bestimmt wird ausser der G"ttesfurcht" (Raschi zur Stelle). Wir lernen, dass wir in Wirklichkeit nur eine Aufgabe haben, nämlich Haschem zu fürchten und seine Anweisungen zu befolgen. Alles andere wird von Haschem besorgt. In der Partnerschaft, die wir mit Haschem haben, konzentrieren wir uns auf dies, unseren Teil der Abmachung. Schlomo Hamelech (König Salomon) schreibt: "Haschem hat alles so erschaffen, dass wir Ihn fürchten sollen!" (Kohelet 3:14) Alles in der Schöpfung soll uns offen und manchmal auch fast unmerklich inspirieren, dass wir dazu kommen, Haschem zu fürchten und zu anerkennen. Manche Leute werden den Ausdruck Jir’ah/Furcht als eine lähmende Angst empfinden. Dies ist verständlich, weil in einer Übersetzung vieles verloren geht. Jir’ah - Furcht in Hebräisch - ist verwandt mit Re'eh, sehen. Jir’ah bedeutet auch sehen, gedanklich und fühlbar mehr bewusst werden. Dieses Bewusstsein kann eine beglückende Ehrfurcht erzeugen. Es ist keine einfache Aufgabe. Rabbi Jisrael Salanter schreibt in Or Jisrael, dass Menschen nicht von Natur aus mit diesem Bewusstsein gesegnet sind. Es erfordert eine geistige Anstrengung, sich dauernd zu konzentrieren, bis es ein Teil von uns wird. Aber sogar dann muss man immerfort daran arbeiten.

Die grösste Herausforderung ist natürlich, dass wir aufgefordert werden, etwas, das wir definitionsgemäss nicht sehen können, dennoch zu sehen, zu fürchten und sich dessen dauernd bewusst zu sein.

Wie kann diese Aufgabe, die unsere einzige wirkliche Aufgabe ist, erfüllt werden? Wie kann ein Mensch Jir’at Schamajim (G-ttesfurcht) erwerben?

Wir werden einen Teil eines anderen Passuks von dieser Woche, bezüglich des Landes Israels, zitieren: "Ein Land, für das der Ewige, dein G"tt, sorgt, ständig sind die Augen des Ewigen, deines G"ttes, darauf gerichtet, vom Anfang des Jahres bis zum Ende des Jahres [Dewarim 11:12].

Können wir denn sagen, dass G-tt ein Auge hat? Konkret gesagt, nein! Im übertragenen Sinn, natürlich! Stellen Sie sich vor, dass jemand sich Ihnen nähert und eine Frage stellt. Es mag sogar sein, dass Sie sich diese Frage manchmal selbst stellen. "Existiert G-tt? Ist Er wirklich da?"

Jetzt nehmen wir zum Beispiel an, dass Ihnen jemand vom Himmel von einer verlässlichen Quelle sagt, dass der Ewige blaue Augen hat und Sie benötigen dafür eine Vorstellungskraft, dann fügt diese Quelle hinzu, dass die blaue Farbe, die Sie an einem wolkenlosen Tag am Himmel sehen, das Blau von Haschems Auge ist und dass Er Sie und jeden anderen aus der Nähe beobachtet. Es ist klar wie der helle Tag!

Dann geht aber die Sonne unter und der Himmel wird stockdunkel. Dies führt Sie zur Frage: Wo ist jetzt der Ewige? Man informiert Sie wiederum von einer himmlischen Quelle, dass der dunkle Himmel die Pupille von Haschem Auge ist, und jetzt verstehen Sie, dass wenn die Dinge dunkel sind, Haschem Ihnen so viel näher ist. Jetzt wird auch dies klar wie der helle Tag, jeden Tag und jede Nacht.

 

 

Quellen und Persönlichkeiten:

  • Raschi [Rabbi Schlomo ben Jizchak] (1040-1105); Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); „Vater aller TENACH- und Talmudkommentare“.
  • Rabbi Jisrael Salanter (1810 – 1883); Gründer der Mussarbewegung (Schulung des Charakters); Rosch Jeschiwa in Wilna und Kovno; Litauen.

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Die Bearbeitung der Beiträge dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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