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Raw Ciner zu Parschat Wa'etchanan 5767

SCHABBAT NACHAMU

Diesen Schabbat lesen wir Parschat Wa'etchanan. Es ist der Schabbat nach Tisch’a Be'Aw - Schabbat Nachamu.
Nach dem Trauern um die Zerstörung des Tempels, lesen wir in der Haftarah die tröstenden Worte des Propheten Jeschajahu: "Nachamu, nachamu – seid getröstet, seid getröstet, mein Volk, sagt euer G’tt. [40:1]"

Nachdem wir die drei Wochen dauernde Trauerzeit abgeschlossen haben, die ihren Höhepunkt mit dem Lesen von Haftarat Chason und dann mit Tischa Be'Aw selbst hatte, wechseln wir jetzt in den Geulah (Erlösungs)-Modus mit dem Lesen von Nachamu.

Es ist sehr einfach das Thema der Lektüre zu wechseln, jedoch Gefühle zu ändern, dies ist schon viel schwieriger. Die lange Dauer unseres Exils verursacht, dass uns das Kommen Maschiachs schon beinahe surrealistisch erscheint.

Dieses Gefühl der Verzweiflung drückt sich in einer Halacha aus: Die Kohanim (Priester), die im Bet HaMikdasch dienten, waren in vierundzwanzig Mischmarot (Schichten, Gruppen) eingeteilt. Jeder Mischmar diente einmal in vierundzwanzig Wochen. Die Gruppe war zusätzlich in einzelne Batej Awot (Familien) unterteilt, jedes Bet Aw diente an einem Tag der Woche. Da ein Kohen, der alkoholische Getränke zu sich genommen hatte, den Dienst nicht ausüben durfte, war es den Kohanim verboten, während ihrer Dienstzeit Wein zu trinken.

Der Talmud beschreibt in Taanit [17A], wie uns dieses Gesetz auch heute noch betrifft:

Die Chachamim lehrten: Ein Kohen, der weiss, dass seine Vorfahren Kohanim waren, die im Tempel gedient hatten, jedoch nicht weiss, welche Woche oder welchen Tag sie dienten, darf das ganze Jahr hindurch keinen Wein trinken. Der Grund dafür ist, dass der Tempel bald wieder aufgebaut werden wird und es könnte gerade in jener Woche sein, in der er Dienst hat! Er muss jederzeit bereit sein und kann deshalb das ganze Jahr keinen Wein trinken.

Rabbi Jehuda HaNassi ist mit dieser Argumentation und der daraus folgenden Halacha nicht einverstanden. Wer sagt, dass die Reihenfolge der Dienstwochen der Kohanim, wenn das Bet HaMikdasch wieder steht, die gleiche wie früher sein wird? Ausserdem kann es sein, dass alle Kohanim für die Wieder-Einweihung des Tempels benötigt werden? Deshalb sollten alle Kohanim, unabhängig von ihrem früheren Dienstwochen-Zyklus, das ganze Jahr hindurch keinen Wein trinken dürfen.

Die Tatsache jedoch, dass das Bet Hamikdasch schon so viele Jahre zerstört ist, erlaubt gemäss Rabbi Jehuda HaNassi den Kohanim heutzutage Wein zu trinken – in der Halacha wird die Möglichkeit, dass der Tempel plötzlich wiederaufgebaut wird, nicht berücksichtigt.

Nach wessen Meinung trinken also Kohanim heutzutage Wein? Sagt die Gemara, nach der Meinung von Rabbi Jehuda HaNassi.

Wenn schon in den Zeiten von Rabbi Jehuda HaNassi (ca. 100 Jahre nach der Zerstörung des Tempels) dieses Gefühl vorherrschte, wie sollen wir dann, ca. zweitausend Jahre später, noch Hoffnung haben? Wie können wir optimistisch sein und denken, dass dies das Jahr von Wundern sein wird, wie sie seit dem Churban (Zerstörung des Tempels) nicht mehr geschehen sind?

Der Darchej Mussar bringt die folgende Erklärung im Namen von Raw Mosche Rosenstein sz’l, dem Maschgiach der Lomzer Jeschiwa:

Wenn ein Mensch auf ein Paket wartet, das aber lange nicht ankommt, so verliert er je länger desto mehr die Hoffnung, dass es noch eintreffen wird! „Es hätte schon vor einer Woche hier sein sollen. Wenn von dem vorgesehenen Termin bereits eine Woche verstrichen ist, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass wir es nie mehr erhalten werden“.

In einer anderen Situation aber, wären unsere Gefühle anders. Nehmen wir an, ein Mensch hat eine Münzensammlung – während Jahren hat er Zehntausende von Münzen gesammelt. Peinlich genau schreibt er den Jahrgang, die Prägung etc. von jeder Münze auf. Er verfolgt immer die Nachrichten, um zu hören, welche Münzen gefragt sind und welche am meisten Wert haben. Eines Tages hört er etwas Unglaubliches. Ein anderer Sammler ist bereit Hunderttausende von Dollars für eine gewisse Münze zu zahlen und er weiss, dass er diese besitzt. Er ist überglücklich, doch er hat eine recht grosse Aufgabe vor sich. Er muss jetzt seine ganze Sammlung durchsuchen, um diese eine Münze zu finden. Er rollt seine Ärmel herauf und beginnt mit der Suche.

Seine Einstellung ist anders. Er schaut nicht den Haufen an, den er schon durchsucht hat und denkt sich dabei, dass er die Münze nie finden wird. Er weiss, dass sie hier ist! Er betrachtet den Haufen, der er noch durchsuchen muss, und denkt sich mit jeder Münze: "Ich bin beinahe dort, ich habe sie fast."

Seit Jahrtausenden warten wir auf Maschiach. Wir hofften jeden Tag, dass er kommen würde, doch als die Tage vorbeigingen, mussten wir schmerzlich zur Kenntnis nehmen, dass der Zeitpunkt, den Haschem seit der Schöpfung als Tag der endgültigen Erlösung bestimmt hatte, noch nicht gekommen ist. Allerdings entfernen wir uns nicht immer mehr von diesem grossen Tag, wir kommen ihm stets näher. Der „Haufen“ der verbleibenden Tage wird immer kleiner.

Wir nähern uns dem Ende des Jahres 5767 und Maschiach muss vor dem Jahre 6000 kommen. Wir selbst haben die chaotische Beschleunigung der geschichtlichen Entwicklung miterlebt, wie sie vor Maschiach vorgesehen ist. In der letzten Minute werden fieberhaft Details geändert und angepasst, um die endgültigen Voraussetzungen zu schaffen, dass der Zweck der Menschheit realisiert wird.

Wenn wir die Worte "Nachamu, nachamu" hören, müssen wir in unseren Herzen die Schritte des sich nähernden Maschiach hören.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rabbi Jehuda haNassi (ca. 120 - ca. 220): Chronist der Mischna (jüdische Gesetzeslehre); Israel
Raw Mosche Rosenstein (1880 – 1941): Maschgiach (Leiter und geistiger Ratgeber) der Jeschiwat Lomza; Polen.



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