Elul
/Paraschat Ki Tawo

Raw Frand zu Parschat Mass’ej 5771

Das Ziel

Diese Parscha markiert den Abschluss des Sefer Bamidbar, das Buch mit der längsten und ausführlichsten Erzählung der Ereignisse, die dem jüdischen Volk während ihrem Aufenthalt in der Wüste Sinaj geschahen. Im Großen und Ganzen sind die in Bamidbar beschriebenen Ereignisse ziemlich deprimierend. Die große Hoffnung zu Beginn des Buchs, dass sie nach einer kurzen dreitägigen Reise in das Land Israel einmarschieren würden, wird durch Rebellion und Torheit gegen G‘tt und Mosche zerstört, wie ab des dritten Wochenabschnittes des Buches beschrieben.

Mosche selbst muss jetzt sterben, er wird das Land Israel niemals erreichen. Also zaubert die Erwähnung aller Haltestellen und Oasen, welche die jüdische Reise aus Ägypten in das Land Israel markiert, bittersüße Erinnerungen hervor. Man denkt stets, was hätte sein können, man denkt an die verlorenen Chancen und die gemachten Fehler.

Ich denke, das ist wahrscheinlich der Fall für uns alle, wenn wir auf unser Leben zurückschauen, auf unsere Reisen, Entscheidungen und unser Verhalten. Das Leben besteht oft aus einer Reihe von Dingen, die wir bedauern und bereuen. Die Gefahr besteht jedoch, ständig auf diesen Dingen zu verharren. Es verhindert weiteres positives Planen und positive Maßnahmen, und es schwächt die Entschlossenheit, produktiv und sinnvoll zu leben.

Die Aufzählung der Orte in der Wüste, wo die Benej Israel wohnten, ist eine Erinnerung an beiden Einsichten. Es ermöglicht den Menschen, sich an die Fehler der Vergangenheit zu erinnern, aber es weist sie auch in die Richtung der Erfüllung ihres Zieles - die Einreise in das Land Israel. Man sollte nie Auto fahren, ohne regelmäßig in den Rückspiegel zu schauen, aber die Aufmerksamkeit muss ständig nach vorne gerichtet sein, auf die Strasse, ihren Zustand und vor allem auf das Ziel.

Im Laufe des langen Exils des jüdischen Volkes und unserer vollständigen Dispersion über die ganze Welt haben wir an vielen Schauplätzen gestoppt. Manchmal war ein Halt relativ kurz, doch oft war es für mehrere Jahrhunderte. Babylonien (heute Irak) beherbergte uns während rund 2000 Jahren, während Spanien, Nordafrika, Polen, Deutschland und viele andere europäische Länder uns während 1000 Jahre unterbrachten. Doch irgendwie, egal wie lange wir an einem bestimmten Ort blieben und wie produktiv und sicher wir uns bezüglich unserer Situation fühlten, haben sich alle Stationen auf dem Weg als zeitlich begrenzt und unbeständig erwiesen.

Die Reisen des jüdischen Volkes erwiesen sich als eine endlose Wanderung. Aber es existierte scheinbar immer ein Ziel. Der grosse Rabbi Nachman von Breslov erklärt, dass "jeder Schritt, den ich auf dieser Erde tue, führt mich in Richtung Jerusalem." Alle Haltestellen, egal wie lange ihre Dauer, in unserem Exil, waren schließlich nichts anderes als Pausen auf dem Weg zum Ziel.

Rabbi Meir Simcha von Dvinsk in seinem Buch „Meschech Chochma“ Parschat Bechukotai fasste es vor rund 100 Jahren (!) kurz und bündig in seiner Beurteilung des jüdischen Exils zusammen: "Wehe dem, der denkt, dass Berlin Jerusalem ist. Ein fürchterlicher Sturm wird kommen und solch Denkende entwurzeln und in die Ferne versetzen, dass sie wissen, dass sie dort Fremde sind!" Nun, wir alle wissen, wie sich seine Prophetie in seiner ganzen Heftigkeit bewahrheitete, dass Berlin weit davon entfernt war, Jerusalem zu sein. Es existieren aber Namen weiterer Städte in der jüdischen Diaspora, die leicht für Berlin ersetzt werden können.

Wir hoffen und beten inbrünstig, dass unsere Reise endlich zu Ende gehen soll und diese Hoffnung können wir an diesem Schabbat Chasak (Ende Sefer Bamidbar) stärken.



Rav Frand, Copyright © 2011 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

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