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/Paraschat Re'eh

Raw Frand zu Parschat Pinchas 5770

Die unvorhersehbare Entwicklung der Stämme Dan und Binjamin

Bamidbar ist bekanntlich das Chumasch der "Pekudim" (Zählungen), entsprechend auch sein lateinischer Name – das Buch Numeri. Die erste Zählung erfolgte in Parschat Bamidbar und die zweite in Parschat Pinchas. Die erste Zählung fand nicht lange nach dem Auszug aus Ägypten statt. Die zweite ereignete sich am Ende der vierzigjährigen Wüstenwanderung. Fast alle erwachsene Menschen der ersten Zählung starben in der Wüste und durften nicht in das Land Israel eintreten. Die Menschen, die in Parschat Pinchas gezählt wurden, repräsentieren die "neue Generation" – die Menschen, die bald in das Land Israel einreisen würden.

Der Chafez Chajim weist in seinem Sefer (Werk) auf das Chumasch auf eine erstaunliche Tatsache hin. Die Zahl der Männer aus dem Stamme Binjamin war 45’600. Binjamin war der viertkleinste Stamm. Der Stamm Dan hatte 64’400 Männer, was ihn zum zweitgrössten Stamm machte. Diese Statistik ist umso verblüffender, als Binjamin zehn Söhne hatte und Dan nur einen. Ausserdem war dieser eine Sohn schwer behindert. Er war taub.

(Wir haben schon einmal im Namen von Raw Chajim Schmulewitz erwähnt, weshalb Chuschim, der Sohn von Dan, Ejsaw tötete, als jener versuchte Ja’akows Begräbnis in der Me’arat haMachpela (Doppelhöhle) in Chewron zu verhindern. Alle anderen Kinder und Enkel hatten sich an die Situation der Dreistigkeit Ejsaws gewöhnt, weil sie schrittweise sahen, wie sich alles entwickelte. Chuschim jedoch, der wegen seiner Taubheit nichts mitbekommen hatte, erfasste plötzlich Ejsaws Unverfrorenheit, nahm sofort einen Knüppel und tötete Ejsaw. Dies zeigt, so Raw Chajim, wie schnell man sich an eine untragbare Situation gewöhnt).

Stellen wir uns ein Familientreffen im Haus von Ja’akow Awinu vor. Ja’akow sitzt am Kopfende des Tisches und seine Söhne sitzen um den Tisch. Binjamin hat zehn Söhne! Binjamins Kinder nehmen alle rege an den Diwrej Tora und anderen Diskussionen teil, die am Tisch stattfinden. Der arme Dan hat nur einen Sohn und der ist taub – unfähig mitzureden. Was wird mit dem Stamm Dan sein? Wie wird der arme Chuschim je einen Schidduch finden? Wie wird er je seinen Lebensunterhalt verdienen? Dan konnte wahrscheinlich in der Nacht nicht schlafen, weil er sich so sorgte, was wohl mit seinem Stamm geschehen würde.

Die Prognose war sicherlich, dass Dan das schwächste Glied in der Tradition von Ja’akow Awinu sein würde. Binjamin jedoch würde wahrscheinlich der grösste aller Stämme werden. Was geschah jedoch? Aus irgendeinem Grund hatte Binjamin sogar mit seinen zehn Söhnen einen recht kleinen Stamm und Dan wurde mit seinem einzigen behinderten Sohn einer der grössten.

Der Chafez Chajim benutzt dies als Beispiel um zu zeigen, dass man nie weiss, was die Zukunft bringen wird. Man kann nie wissen "woher meine Hilfe kommen wird" [Tehillim/ Psalm 121:1]. Wir wissen nie, wie sich das Leben ändern wird.

Als Rebbe (Dozent) sehe ich dasselbe. Ich arbeite schon eine recht lange Zeit als Lehrer. Manchmal nehme ich an, dass sich ein Schüler zu einer beachteten Grösse entwickeln wird. Andere Schüler bringen einen Lehrer zur Verzweiflung: "Was wird je aus ihm werden?" In aller Regel sind Lehrer später erstaunt. Ein Mensch weiss nie, von wem er später Nachat (Befriedigung) haben wird. Ein Mensch weiss nie, wer was werden wird. Ich habe dies sehr oft gesehen.

Was wir von Dan und Binjamin lernen, ist, dass das Leben lange ist und viele seltsame Wendungen beinhaltet. Wir können die Zukunft nicht voraussagen. Ein Mensch weiss nie, woher seine Rettung kommen wird.



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