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/Paraschat Re'eh

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Raw Frand zu Parschat Pinchas 5768

Duldsamkeit ist Grund-Voraussetzung für rabbinische Führung

Gegen Ende der Parscha wird Mosche aufgetragen, sich auf seinen Tod vorzubereiten. "Geh hinauf auf den Berg Awarim und sieh das Land, das ich den Kindern Israels gegeben habe. Du sollst es sehen und dich zu deinem Volk gesellen..." [Bamidbar 27:12-13]

Als er diese Nachricht hört, realisiert Mosche, dass er einen Nachfolger auswählen muss. Er bittet Haschem: "Möge Haschem, der Geist alles Fleisches, einen Mann einsetzen über die Gemeinde..." [Bamidbar 27:16]

Ich habe einen Freund, der in der Gegend von New York Rabbiner ist. Sein Name ist Rabbi Jaakow Luban. Bevor er diese Position einnahm, ging er zum Spinker Rebben und bat ihn um Rat. Rabbi Luban fragte, "Was ist das wichtigste, das ein Rabbiner wissen sollte?"

Der Spinker Rebbe nahm ein Chumasch heraus und las aus dieser Parscha: " Möge Haschem, der Geist alles Fleisches, einen Mann einsetzen über die Gemeinde..." Raschi bemerkt, dass dieser Pasuk einen merkwürdigen Ausdruck benutzt, der sonst fast nirgendwo in der Torah benutzt wird. Wo sonst wird Haschem als „G’tt, der Geist alles Fleisches” bezeichnet? Was bedeutet dieser Ausdruck?

Raschi erklärt: Mosche sagte zu Haschem, "Herr der Welt! Vor Dir ist die Persönlichkeit jedes Menschen offenbar; sie gleichen einander nicht. Ernenne ein Oberhaupt, das weiss, wie mit jedem Einzelnen, entsprechend seiner Persönlichkeit, umzugehen." Du Haschem, weißt besser, als jeder Mensch auf diesem Planeten, dass keine zwei Menschen gleich sind. Jeder denkt anders, benimmt sich anders und reagiert anders als alle anderen. Deshalb bitte ich Dich, einen Führer zu ernennen, der mit allen Geduld haben wird, und der fähig sein wird, alle Menschen gemäss ihren individuellen Bedürfnissen zu ertragen.

Der Spinker Rebbe erklärte Rabbi Luban, dass es der Schlüssel zu rabbinischem Erfolg sei, die Persönlichkeit und Bedürfnisse aller Menschen tolerieren zu können. Man muss sich nicht gegen den Standpunkt aller anderen Menschen zur Wehr setzen. Ein Rabbiner sollte NICHT mit der generellen Meinung einverstanden sein. Er sollte führen, nicht folgen. "Er soll vor ihnen herausgehen und vor ihnen hereinkommen..." [26:17]. Doch er muss fähig sein, jeden Einzelnen zu dulden, sogar jenen, dessen Meinungen seiner eigenen völlig entgegengesetzt ist.

Es gibt einen bekannten Ausdruck -– "Ich kann diesen Menschen nicht 'sowel' sein" – was bedeutet, "er bringt mich auf die Palme –- ich kann ihn nicht ausstehen!" Diese Worte dürfen nicht von den Lippen eines jüdischen Oberhaupts kommen. Ein Oberhaupt muss die Meinungen und Persönlichkeiten jeder seiner Anhänger ‘sowel’ sein.

Der Kotzker Rebbe (Rabbi Menachem Mendel von Kotzk) fragte, weshalb der Abschnitt, der über die Ernennung von Mosches Nachfolger spricht, gerade an diesem Ort im Chumasch steht, in Parschat Pinchas. Weshalb, fragt er, finden wir diese Geschichte nicht gegen Ende von Sefer Dewarim, vielleicht in Parschat Wajelech?

Der Kotzker Rebbe antwortet darauf, Mosche Rabbejnu wachte nicht eines Morgens auf und realisierte, dass er einen Nachfolger brauchte. Er hatte schon sehr lange eine genaue Vorstellung davon, wer der nächste Führer von Israel sein sollte. Er dachte, sein Erbe würde Pinchas, Sohn von Elasar, Sohn von Aharon haKohen sein.

Dann geschah das Ereignis in Schittim, gegen Ende von Parschat Balak. Pinchas nahm eine Lanze in seine Hand und eiferte im Namen von Haschem. Seine zelotische Tat rettete die jüdische Nation. Er stoppte die Epidemie. Er erhielt den Bund des Friedens. Was für einen eindrucksvollen Lebenslauf er hatte!

Zu diesem Zeitpunkt realisierte Mosche aber, dass Pinchas nicht das Oberhaupt sein konnte. Der Eiferer kann nicht die Schwächen eines jeden Sterblichen tolerieren. Der Eiferer sagt nicht "Ich höre, was du sagst. Vielleicht bin ich nicht einverstanden, doch ich verstehe, was du sagst." Er handelt aus Überzeugung. Er nimmt ein Schwert in seine Hand.

Ist Eifer manchmal notwendig? Ja. Kann ein Eiferer der Hohenpriester sein? Ja. Doch kann er das Oberhaupt, der Rabbiner von Israel sein? Die Antwort ist nein. Das kann er nicht sein.

Also war es angebracht, dass Mosche sich gerade hier in Parschat Pinchas zu Haschem wandte und Ihm sagte "Ich brauche einen Nachfolger und ich muss zu Plan B wechseln. Mein Plan A, dass Pinchas das nächste Oberhaupt sein sollte, wird nicht funktionieren. Dies ist kein Job für ihn. Was ich brauche, ist einer, der im Ebenbild von “G'tt dem Geist alles Fleisches” amten wird. Ich brauche jemanden, der andere Menschen schätzt, mit ihnen leben und arbeiten kann, Menschen mit gänzlich anderem Geist, anderen Interessen und anderen Persönlichkeiten.

Dies, sagte der Spinker Rebbe zu Rabbi Jaakow Luban, ist das wichtigste, wenn man eine rabbinische Stelle antritt.



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