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Undankbar zu sein, ist das Schlimmste vom Schlimmsten - Rav Frand zu Paraschat Balak 5780

Undankbar zu sein, ist das Schlimmste vom Schlimmsten

Die folgende Erkenntnis ist vom Alten von Slabodka. Gemäss dem Midrasch, sagte Bil’am zu Balak: Wir beide sind undankbar. Ohne Awraham Awinu, hätte es niemals einen Balak, König von Moaw, in der Welt gegeben. Denn ohne Awrahams Verdienste, wäre Lot niemals der Zerstörung von Sedom entkommen. "Wie kannst du - als Nachkomme von Lot - mich beauftragen, die Nachkommen von Awraham zu verfluchen?" - "Ich selbst bin auch undankbar," sagte Bil’am zu Balak, "denn ohne ihren Vorvater Ja'akow, würde es mich auch nicht geben. Lawan hatte nur das Verdienst, Söhne zu bekommen - von denen ich abstamme - aufgrund der Tatsache, dass Ja'akow in seinem Haus lebte. Wie kann ich Ja'akows Nachkommen verfluchen? Ich selbst muss wohl auch undankbar sein."

Dies ist ein seltsamer Midrasch. Es scheint so, als gäbe der böse Bil’am eine Mussar-Lektion (eine "Standpauke" in menschlicher Ethik). Seit wann kümmerte sich Bil’am um Midot Towot (positive Werte)? Warum drückt dieser Mensch, der alle bösen Eigenschaften dieser Welt hat, Reue darüber aus, dass er undankbar sei?

Der Alte von Slabodka sagt, wir können hieraus erkennen, dass der schlechteste aller Charakterzüge die Undankbarkeit sei. Sogar ein Bil’am - der Prototyp schlechter Charaktereigenschaften, fühlte sich schlecht wegen seiner Undankbarkeit.

Rav Ruderman, der Gründer und Rosch Jeschiwa (Oberhaupt der Talmudschule) von "Ner Israel", war ein Nachfahre des Alten von Slabodka - und diese Idee ist sehr typisch in Bezug auf die Themen, über die er regelmässig sprach. Es gab im Prinzip drei Themen, auf die er immer wieder zurückkam, um seinen Schülern anständiges Benehmen zu vermitteln: Torah, Chessed (Barmherzigkeit) und Hakarat HaTov (Anerkennung von Gutem). Rav Ruderman fühlte, dass wenn ein Mensch jene nicht anerkennt, die ihm Gutes tun, dies seine gesamte Menschlichkeit in Frage stellt. Wir alle haben unsere Macken, aber undankbar zu sein, ist das Schlimmste vom Schlimmsten.

 

Quellen und Persönlichkeiten:

Der "Alte von Slabodka", Rabbi Nosson Zwi Finkel (1849-1927), Kelm, Slobodka, Jerusalem. Er war ein einflussreicher Führer des orthodoxen Judentums in Osteuropa und Gründer der Jeschiwa in der Stadt Slobodka (Vilijampolė), einem Vorort von Kowno (Kaunas), wie der Jeschiwa in Chewron im Jahre 1924. 

Rav Ja‘akov Jizchak Ruderman (1900 - 1987) war ein bekannter talmudischer Gelehrter und  Rosch Jeschiwa der Jeschiwa Ner Jisrael (in der Rav Frand lehrt) in Baltimore. USA. Schüler des "Alten von Slabodka."  Im Jahre 1933 gründete Rav Ruderman die Jeschiwa in Baltimore und stand ihr 54 Jahre lang vor. Er baute sie zu einer der grössten Jeschiwas in Amerika aus; sie brachte Tausende von Rabbinern, Pädagogen und Gelehrten hervor.

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Die Bearbeitung der Beiträge dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter des Jüfo-Zentrums in Zürich

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