Raw Frand zu Parschat Chukat 5767 (Beitrag 1)

Der Vervielfachungs-Effekt einer reinen Person, die viele Unreine besprüht

Im Talmud Jeruschalmi, im Traktat Demai steht ein interessanter Kommentar: Raw Jehoschua ben Kablah sagte: Mein ganzes Leben lang habe ich den Passuk; „Der reine Mensch (tahor) soll auf den unreinen Menschen (tameh) spritzen“ [Bamidbar 19:19] so verstanden, dass der reine Mensch mit der reinigenden Asche der Parah Adumah (roten Kuh) nur einen Menschen auf einmal besprühen kann. Dies, bis ich in der Schatzkammer von Jawneh lernte, dass ein reiner Mensch viele unreine Menschen gleichzeitig läutern kann.

Raw Elieser Schach erinnerte sich, dass er einmal gehört hatte, wie Raw Meir Schapiro diese Stelle bei einer Zusammenkunft der Agudat Jisrael (Kenessiah Gedolah) in Europa diskutierte. Raw Schach sagte, er könne sich nicht mehr genau an die damals vorgeschlagene Auslegung erinnern, doch er selbst verstand diesen Talmud Jeruschalmi wie folgt:

Was passierte in Jawneh? Kurz vor der Zerstörung des zweiten Beit HaMikdaschs (Tempels) wurden Rabbi Jochanan ben Sakai durch die Römer drei Wünsche gewährt. Er bat — unter anderem — um die Erhaltung von „Jawneh und seinen Gelehrten.“ Trotz dass Jeruschalaim schliesslich zerstört wurde, ermöglichte der Rest der Talmide Chachamim (Gelehrten), die in der Jeschiwa von Jawneh übrig blieben, dass die Torah, wie wir sie heute kennen, während den langen Jahren unseres Exils überleben und sogar gedeihen konnte.

Jawneh war damals nur eine kleine Jeschiwa. Trotz dieses Umstandes erstrahlte das Torah-Wissen bald wieder in ihrer früheren Pracht, denn jeder der Gelehrten und ihrer Schüler lehrten anderen Torah.

Raw Schach erklärt, als Raw Jehoschua ben Kablah sagte, er denke, ein Tahor (Reiner) könne nur einen Tameh (Unreinen) läutern, da meinte er damit, den grössten Effekt, den ein Mensch haben kann, sei nur auf einen anderen Einzelnen. „Ich als Lehrer,“ so dachte er, „kann mein Lernen nur einem einzelnen Schüler weitergeben, der dann mir gleichgestellt sein würde. Von Jawneh lernte ich die Möglichkeit eines geometrischen Effektes. Eine kleine Gruppe Studenten konnte so viel mehr Schüler beeinflussen – von denen jeder wieder viele Schüler haben konnte und so weiter. Durch diesen Vervielfachungs-Effekt kann eine ganze Generation wieder rein werden.“

Einen historischen Beweis für dieses Konzept finden wir in den USA. Dort war es wirklich „eine einzelne reine Seele, die viele unreine Seelen besprühte.“ Wenn wir daran denken, was mit der Torah geschah, die in Europa existiert hatte, wo die Besten der Besten in der jüdischen Welt vernichtet wurden. Fast nur eine Handvoll Rabbanim und Rosche Jeschiwa überlebten — ein kläglicher Rest — von denen dann ein Teil zu den Küsten der USA aufbrachen.

Wenn wir heute um uns schauen und Jeschiwot und Kollelim und Bet Jaakow und angesehene Gemeinden sehen, ist dies ein Beispiel für was Rabbi Jehoschua ben Kablah meinte, als er sagte „bis ich von der Schatzkammer in Jawneh lernte, dass ein einzelner Tahor (Reiner) viele Temeim (Unreine) läutern kann.“

Dies ist, was in Amerika geschah. Wir können die ursprünglichen „Reinen“, wenn nicht an einer Hand, dann an zwei, vielleicht an vier Händen abzählen – doch mehr waren es nicht! Heute können wir Baruch Haschem den Vervielfachungs-Effekt mit eigenen Augen sehen, wie es uns in Jawneh vor vielen Jahren vorgezeigt wurde.



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