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Raw Frand zu Parschat Korach 5766

Korach nützte das „Meine Schuld war’s nicht“-Syndrom aus

Zu Beginn der dieswöchigen Parscha gibt es eine interessante Erklärung des Ramban. Der Ramban schreibt, dass Korach bereits zur Zeit als sich das Volk Israel noch in der Wüste Sinai befand, neidisch auf Elizafon ben Usiel gewesen war, weil er zum Fürsten des Stammes Levi ernannt worden war. Der Ramban bezieht sich auf Raschi’s Bemerkung, dass Korachs Anschuldigung gegen Mosche Rabbeinu auf Korachs Gefühl beruhte, dass Mosche Günstlingswirtschaft betreibe und ihm die gebührende Ehre vorenthalte. Mosche nahm für sich die Führerposition in Anspruch, wies seinem Bruder die Stellung als Hohepriester zu und machte Elizafon, ebenfalls einen nahen Verwandten, zum Fürsten des Stammes Levi.

Der Ramban bemerkt, dass die Ernennung von Elizafon bereits lange vor Korachs Aufstand erfolgte. Wieso „wachte“ Korach gerade erst jetzt auf? Der Ramban meint deshalb, dass Korach schon lange seine Pläne schmiedete. Solange jedoch bei den Juden alles glatt ging und Mosche’s Beliebtheit hoch im Kurs war, musste Korach auf den richtigen Augenblick warten.

Bis jetzt ging alles gut. Mosches Bewertung in den Meinungsumfragen war hoch! Niemand legt sich mit dem Präsidenten an, wenn dieser in den Umfragen eine Zustimmung von 85% erreicht. Sogar bei der Sünde des goldenen Kalbes gab es vergleichsweise wenige Menschen, welche mit dem Tode bestraft wurden und dies war in grossem Masse Mosche’s heldenhafter Bitte an Haschem um Gnade zu verdanken. Der Ramban meint, dass Korach vom Volk voll Entrüstung gesteinigt worden wäre, wenn er seinen Aufstand gegen Mosche schon dann angezettelt hätte, als sein Neid zum ersten Mal entbrannte.

Bei den folgenden Begebenheiten in der Torah ging es jedoch mit dem jüdischen Volk bergab. In Parschat Beha’alotecha lesen wir von den Murrenden („Mit’onenenim“) und den Gräbern der Begehrlichen („Kivrot Ha’Tavah“). In Parschat Schelach vernehmen wir von der Sünde der Kundschafter und dem Bescheid, dass jedermann in der Wüste sterben werde. Zu dieser Zeit richtete Mosche kein Gebet für sie an G’tt und war nicht im Stande, den Richtspruch rückgängig zu machen.

Dieses Ereignis bedeutete eine Wende und bewirkte, dass das Volk gegenüber Mosche Rabbejnu verstimmt war. „Mosche, was für ein Führer bist du? Was hast du in letzter Zeit für uns getan?“ Korach sah, dass seine Gelegenheit gekommen war. Jetzt war er bereit, vorwärtszumachen und den Plan, welchen er während vielen Monaten unterdrückter Eifersucht bereitgehalten hatte, in die Tat umzusetzen.

Rav Jerucham Levovitz weist darauf hin, dass dies der menschlichen Natur entspricht. Die Juden waren gegenüber Mosche ungehalten, weil G’tt sie bestrafte und Mosche „nichts dagegen unternahm“. Einen Augenblick! Wieso schob man Mosche die Schuld zu? Er schickte die Kundschafter nur deshalb los, weil die Menschen ihn drängten, Kundschafter auszusenden. Nicht Mosche war es, der sich zu beschweren begann als die Kundschafter ihren Bericht abgaben; es war das jüdische Volk, welches grundlos weinte. Wer hat hier wirklich Fehler gemacht? Mosche Rabbeinu wäre sicherlich berechtigt gewesen, den Standpunkt zu vertreten: „Es ist nicht mein Fehler! Es ist euer Fehler!“

Aber das jüdische Volk tat, was wir alle tun: Wir schieben die Schuld auf andere. Was können wir denn heute in Amerika sagen, wo jedermann und sein Onkel dazu ein „Opfer“ ist, wenn dies bereits in biblischen Zeiten der Fall war, wenn es der Fall war als der Ramban im Mittelalter zur Feder griff und wenn Rav Jerucham vor zwei Generationen auf diesen Mechanismus hinwies?

Im Amerika von heute ist es nicht möglich, einen Fehler zu begehen. Jeder ist ein „Opfer“. Meine Mutter hat mich schlecht behandelt. Mein Vater hat mich schlecht behandelt. Ich bin misshandelt worden. Mein Vater war ein Alkoholiker. Ich wuchs auf der Strasse auf. „Es ist nicht meine Schuld“ – mit allen Begründungen der Welt.

Heutzutage ist nichts „mein“ Fehler. Es ist immer die Schuld von „jemand anderem“. Die heutige Floskel lautet: „Es wurden Fehler gemacht.“ Wer machte Fehler? Es ist immer eine unbekannte Person, welche die Fehler macht. Heutzutage steht keiner auf und sagt: „Ich machte einen Fehler. Ich habe es verdorben. Es ist meine Schuld!“

Das „Opfer-Syndrom“ hat seine Wurzeln in biblischen Zeiten, bis zurück zu Kajin und Hevel (Kain und Abel). Korach bemerkte es und versuchte, die Gelegenheit zu packen um daraus Nutzen zu schlagen. Aus diesem Grund brachte er erst jetzt seine Beschwerden gegen Mosche Rabbejnu vor.


Quellen und Persönlichkeiten:
Ramban (1194 -1270) [Rabbi Mosche ben Nachman]: einer der führenden Toragelehrten des Mittelalters; Gerona, Spanien, Jerusalem.
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland), "Vater aller Torahkommentare".
Rav Jerucham Levovitz (1874 - 1936): Einflussreicher Denker, Maschgiach (Leiter und geistiger Ratgeber) der Jeschiwa in Mir, Litauen.



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