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Raw Frand zu Parschat Wajechi 5763 (Beitrag 1)

Erbarmen mit den Toten: das wahre Erbarmen

Ja'akov bat seinen Sohn Josef: "Erweise mir Liebe und Wahrheit. Begrabe mich nicht in Ägypten." [Bereschit 47:29] Zu diesem Vers zitiert Raschi eine sehr bekannte Aussage unserer Weisen: "Eine Wohltat, die man einem Toten erweist, wird 'wahre Barmherzigkeit' ("Chessed schel Emes") genannt, weil man offensichtlich vom Verstorbenen keine Gegenleistung für diese Handlung erwarten kann." Alle anderen guten Taten könnten noch mit Hintergedanken ausgeführt worden sein, aber für diese Wohltat gilt dies eben nicht.

Rav Ja'akov Neiman stellt (in seinem Werk ‚Darchej Mussar‘), gestützt auf den Talmud, eine Frage zu dieser Raschi-Stelle. Die Gemara sagt: "Wer eine Grabrede hält, für den wird eine Grabrede gehalten; wer andere begräbt, wird begraben." [Ketubot 72a] Dies scheint zu bedeuten, dass jemand, der sich um Verstorbene kümmert, sehr  wohl eine Gegenleistung erwarten kann. Dies widerspricht der obenerwähnten Aussage unserer Weisen.

Aus diesem Grund zeigt Rav Ja'akov Neiman dieses Konzept aus einem neuen Blickwinkel. Wenn unsere Weisen sagen, dass man keine Gegenleistung für die Beschäftigung mit einem Verstorbenen erwarten darf, bedeutet dies nicht, dass die Gegenleistung ausbleiben wird. Es bedeutet, dass es den Menschen nicht kümmern sollte, ob er etwas dafür erhält oder nicht. Wenn sich jemand mit Verstorbenen beschäftigt, erhält sein Leben eine neue Perspektive. 

Mit anderen Worten: Ein Mensch verhält sich anders, wenn er von einer Beerdigung zurückkehrt. Denk' darüber nach. Wenn jemand an einer tragischen Beerdigung teilnimmt und nachher heimkehrt, ist er nicht mehr der gleiche, sei es auch nur für 15 Minuten oder eine halbe Stunde oder eine Stunde. Wenn wir an einer Beerdigung teilnehmen, sehen wir unser Leben anders. Oft ist es so, dass das, was uns vorher hochwichtig erschien, auf seine wahre Bedeutung schrumpft. Ehre und Anerkennung werden bedeutungslos. 

Das ist die Bedeutung des Ausspruchs unserer Weisen: Das Ausüben von Wohltaten gegenüber Verstorbenen - sei es die 'Taharah' (die Vorbereitung des Verstorbenen vor der Beerdigung), sei es, ein 'Schomer' zu sein (das ununterbrochene Überwachen des Leichnams bis zur Beisetzung) oder die Teilnahme an einer Beerdigung - hebt den Menschen auf eine ganz andere Bewusstseinsstufe, wie dies bei der Ausführung einer anderen Mizwah (Gebot) der Fall ist. Unter diesen Umständen achtet ein Mensch nicht auf "Lohn für den Einsatz". Er denkt kaum: "Werden sie für mich auch so schöne Grabreden halten?" Wer denkt schon an solche Belanglosigkeiten? Man denkt nicht mehr an Gegenleistung - weil Gegenleistung für diesen Menschen nicht mehr wichtig ist. Gegenleistung wird für ihn gefühlsmässig nutzlos und ohne Belang.

Wohltaten gegenüber Verstorbenen werden wahre Güte genannt, weil sie dem Menschen das wahre Bild zeigen. Sie zeigen, was wichtig im Leben ist und was belanglos, wenn auch oft - leider - nur für kurze Zeit.


Quellen und Persönlichkeiten:
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); "Vater aller Torahkommentare".
Rabbi Ja’akov Neiman: Rosch Jeschiwa der Jeschiwa Or Jisrael, Petach Tikva , Israel .



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