Tewet
/Paraschat Wa'era

Raw Frand zu Parschat Wajechi 5773

Wo ist Ja’akows Verhandlungsgeschick?

Ja’akow Awinu verlangt, dass er in der Höhle Machpela begraben werden soll – „in dem Grab „ascher kariti li“, dass ich für mich selbst gegraben habe (oder: gekauft habe) im Lande Kena’an“ [Bereschit 50:5]. Raschi kommentiert – als dritte Erklärung –  dass das Wort „kariti“ nach dem Midrasch von der Wurzel  „Keri“ (ein Getreidehaufen) herkommt (siehe auch Raschi zu 46:6).

Bei der Verteilung des Vermögens Jizchaks, nach dessen Ableben, entstand eine Auseinandersetzung zwischen Ja’akow und Ejsaw, bezüglich der Erbschaft der noch einer freien Grabstätte in der Me’arat (Höhle) Hamachpela. Ja’akow Awinu beschloss deshalb von Ejsaw das Recht, in der Höhle Machpela begraben zu werden, abzukaufen. Er nahm all das Vermögen, das er in Padan Aram (im Ausland) verdient hatte und machte einen Haufen (Keri) von Gold und Silber und sagte sich: „Die Güter des Auslandes sind nicht wertvoll für mich“. Und zu Ejsaw sprach er: „Ejsaw, hier ist all mein Geld, das ich ausserhalb des Landes Kena’an (Chuz LaArez) verdient habe. Nimm es und verkaufe mir deinen Anteil in der Höhle Machpela!“ Und Ejsaw willigte ein.

Automatisch kommt eine Frage auf. Wir wissen, dass Ja’akow Awinu – wenn es sein musste – ein gerissener Geschäftsmann war. Jede Person, die mit Lawan verhandelte, musste ein gewiefter Geschäftsmann sein und sich bestens im Geschäftsleben auskennen. Wenn man über ein Stück Land verhandelt, so offeriert man nicht gleich sein ganzes Geld und sagt „Nehme es.“

Die Standardprozedur hätte sein sollen, dass Ja’akow eine erste Offerte machen sollte, zum Beispiel 500 Dinar Gold. Ejsaw würde antworten „Niemals! Tausend Dinar Gold sind annehmbar“. Ja’akow würde wiederum „750“ offerieren. Sie würden die Hände schütteln, „Masal und Beracha“ sagen und wir würden alle Amen sagen. Hier aber offeriert Ja’akow Awinu ein Vermögen als seine erste Offerte. Ist dies der Weg zum Verhandeln?

Ich habe ein Sefer in Erez Jisrael gekauft, das eine interessante Erklärung hierzu vorschlägt. Ja’akow hatte einen Grund für sein Benehmen.

Chasal (unsere Weisen) kommentieren zu den Worten “Und Ja’akow fürchtete sich sehr und es war ihm bange” [Bereschit 32:8], dass sich Ja’akow wegen zwei Verdienste, die Ejsaw erworben hatte, fürchtete. Die zwei Dinge waren: Erstens die Mizwa im Lande Israel zu wohnen (Jischuw Erez Jisrael). Zweitens die Mizwa der Ehre gegenüber Vater und Mutter (Kibbud Aw WeEm). Während über 20 Jahren, in denen Ja’akow in Padan Aram lebte, konnte er keine dieser zwei Gebote erfüllen, im Gegensatz zu Ejsaw.

Wegen diesen zwei Mizwot, die Ejsaw erfüllt hatte, war Ja’akow besorgt. Irgendwie musste Ja’akow nun zeigen, dass er beide Mizwot nicht misste, weder die Mizwa von Jischuw Erez Jisrael noch die Mizwa von Kibbud Aw WeEm. Wie machte er dies? Wie konnte er präsentieren, dass die Liebe für das Land Israel immer noch ein Teil seines Körpers und seiner Seele war? Wie offenbarte er, dass Kibbud Aw WeEm wichtig für ihn war?

Die Antwort lautet: Indem er Ejsaw sagte – nehme alles Geld, dass ich in Chuz LaAretz verdient habe, nur dass ich ein noch ein kleines Stückchen von Israel erben kann. Lass mich aus grosser Achtung vor meinen Eltern in den Kewer Awot – in der Grabstätte meiner Eltern – begraben sein.

Und so, mit dieser einen Tat, zeigte Ja’akow Awinu, dass beides – das Land Israel und die Hochachtung seiner Eltern – für ihn äusserst wichtig sind. Im Gegensatz dazu, zeigte Ejsaw mit derselben Tat, wie unwichtig Erez Jisrael und Kibbud Aw WeEm für ihn sind. Für einen Haufen Gold war er bereit, nicht nur das Kewer Awot – bei den Eltern begraben zu sein – aufzugeben sondern damit auch zu zeigen, dass Geld bei ihm eine grössere Rolle spielte, als ein Stück Boden in Erez Jisrael.

Dies ist der Grund warum Ja’akow Awinu, obwohl er ein talentierter Geschäftsmann war, sagte, “Nehme alles!”. Er wollte Ejsaw und allen anderen zeigen, wie wichtig das Land Erez Jisrael und die Bedeutung der Grabstätte seiner Vorväter für ihn sind.



Rav Frand, Copyright © 2012 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum und auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie www.torah.org.

What do you think?

Send us feedback!

Drucken E-Mail

  • /parascha/23-wajechi/1229-raw-frand-zu-parschat-wajechi-5774.html
  • /parascha/23-wajechi/994-raw-frand-zu-parschat-wajechi-5771.html

Das diesjährige Schabbat-Projekt - von Oberrabbiner Warren Goldstein

WhatsApp Image 2018 11 01 at 16.12.30

Ein nicht beabsichtigtes Schabbat-Verbot

שולחן שבת

Schabbat - Gedenktag der Schöpfung und G-ttes Einflussnahme auf die Geschichte

שבת

Aktuell sind 480 Gäste und keine Mitglieder online

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels
in der Schweiz

hotelinberge

Koschere Hotels