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/Paraschat Ha'asinu - Asseret Jemei Teschuva

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Überzeuge, mache die Sache schmackhaft, aber versuche nie, jemandem etwas aufzuzwingen - (Rav Frand Wajeze 5780 – Beitrag 1)

Überzeuge, mache die Sache schmackhaft, aber versuche nie, jemandem etwas aufzuzwingen

Bearbeitet von S. Weinmann

Gegen Ende der Parascha sagt uns die Torah, dass „ Ja‘akow das Gesicht Lawans betrachtete und sah, dass es nicht gleich war wie gestern und vorgestern“ [31:2]. Ja‘akow sah, wie Lawan ihn behandelte und fühlte, dass sich die Situation geändert hatte. G`tt erschien Ja‘akow und sagte ihm, dass es jetzt an der Zeit sei, seine Familie zu versammeln und ins Land seines Vaters zurückzukehren [31:3].

Darauf rief Ja‘akow seine Frauen hinaus aufs Feld und hielt ihnen eine lange und eindrückliche Rede. Er erklärte ihnen, warum es für sie wichtig sei, jetzt ihre Umgebung zu verlassen. Nach der langen Liste von Erklärungen, warum sie Charan verlassen sollten, waren die Frauen überzeugt, dass sie sich auf den Weg machen müssen.

Eine Frage muss aufgeworfen werden: Falls G`tt einem von uns erscheinen würde und verlangen sollte „es ist jetzt Zeit, die Stadt zu verlassen,“ oder „es ist Zeit, die Stelle zu wechseln,“ oder was auch immer, was würden wir tun? Wir würden unsere Familie versammeln, sie über unsere Anweisung von G`tt informieren und danach sofort handeln. Wir würden nicht versuchen, eine Reihe von vernünftigen Gründen aufzulisten wie: „Die Situation ist nicht mehr so wie früher, die Zeiten sind hart, wir müssen uns überlegen, wie wir uns dem stellen sollen.“  G`tt hat uns einen Befehl erteilt und demzufolge müssen wir unser Handeln ausrichten.

Der Schelah Hakadosch gibt eine interessante Erklärung für diese Frage. „Wenn eine Person bei ihrer Familie etwas erreichen möchte – sei es bei der Gattin oder den Kindern – ist es nicht weise, sie zu drängen, sogar wenn man die Möglichkeit dazu hat.“ Mit anderen Worten: Sogar wenn jemand in der Position ist, unwidersprochen anzuordnen, was zu tun sei, ist es nicht richtig, sein Haus auf diese Art zu führen.

„Man sollte sich vielmehr bemühen, seine Familie von  der  Richtigkeit  seiner  Entscheide  zu überzeugen, damit sie von sich aus zum selben Schluss kommen. Dies ist weitaus besser, als sie zu nötigen, etwas gegen ihren Willen zu tun.“

Das heisst, eine Person kann fest von der Richtigkeit eines Entschlusses überzeugt sein und gar keine Zweifel darüber hegen. Sie kann den Entscheid durchsetzen mit der Bekräftigung: “So wird`s gemacht.“ Der Schelah lehrt uns: „Tu es nicht auf diese Art und Weise. Überzeuge, mach  es schmackhaft, rede gut zu, aber tue keinen Zwang an.“

Ja‘akow`s längere Diskussion mit seinen Frauen, ist ein Beweis dafür. Ja‘akow rechtfertigte ausführlich die Notwendigkeit, Lawan zu verlassen - trotz der Tatsache, dass dies auch G`ttes Befehl war - damit sie von sich aus seinem Handlungsplan zustimmten.

Wann hatte es je einen zwingenderen Grund gegeben, seiner Familie etwas aufzunötigen, wie hier, wie in dieser Geschichte?  G`tt hatte gesagt, es sei Zeit, diesen Ort zu verlassen. Gab es überhaupt noch etwas zu fragen? Gab es hier einen Spielraum, um zu diskutieren? Warum sieht sich Ja‘akow veranlasst, einen ausgedehnten Vortrag zu halten?

Was können wir sagen, wenn Ja‘akow sogar in einer derartigen Situation es für nötig befand, seine Frauen sanft zu überzeugen? Kann es je eine Lebenslage geben, in der wir so klar wissen, was zu tun sei, wie damals unser Stammvater Ja‘akow?

Wenn diese Haltung gut genug war für unseren Stammvater Ja‘akow, dann ist sie sicher auch gut genug für uns.

Quellen und Persönlichkeiten:

 

Schela'h Hakadosch - Rabbi Jeschajahu ben Awraham Halevi Horowitz (Hurwitz) (1558 - 1630): Bekannter Kabbalist, Halachist und Gemeindeführer; mit dem Akronym "Schela'h" - nach einem seiner Hauptwerke „Schenej Luchot HaBrit“ (Die zwei Gesetztafeln) - genannt; Prag, Frankfurt a/M., Jerusalem, Tiberias.

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Die Bearbeitung der Gedanken dieser Woche erfolgte durch Mitarbeiter                               des Jüfo-Zentrums in Zürich

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