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Raw Frand zu Parschat Toldot 5768

Wie kann man dem Schwur des Häretikers Ejsaw glauben?

freeman

Chasal (unsere Weisen) sagen, dass Ejsaw am Tag, als er Jaakow sein Erstgeburtsrecht verkaufte, insgesamt fünf schwere Sünden beging. Eine dieser fünf Sünden war, dass er ein "Kofer be’Ikar" war (G’ttes Existenz bestritt).

Dies wissen wir von den Worten "Siehe ich gehe sterben, was für einen Wert hat dies - die Bechora (das Erstgeburtsrecht) - für mich? (Hineh ani holech lamuth, lamah SEH li Bechora)" [Bereschit 25:32].

Das Wort 'SEH' (dies) hat eine spezielle Bedeutung, auf die im Pasuk im Lied beim Jam Suf (Schilfmeer) angespielt wird: "SEH Keli, weAnwehu - DIES ist mein G’tt und ich will Ihn verherrlichen" [Schemot 15:2]. Das Wort SEH weist auf Haschem hin.

Also schliessen wir daraus, dass Ejsaw mit seiner Formulierung "Lamah SEH li..." fragte: "Wer braucht G’tt überhaupt?"

Ich sah dazu einen interessanten Gedanken von Raw Avigdor Nebenzahl: Im nächsten Pasuk verlangt Jaakow von Ejsaw einen Schwur, dass dieser Verkauf bindend sein soll. Was aber ist ein Schwur? Ein Schwur heisst, man schwört bei G’tt. Wenn Ejsaw aber ein "Kofer be’Ikar" war, der die Existenz G’ttes bestritt, was war dann dieser Schwur wert? Jaakow hätte weder einen Schwur im Namen von einer Awodah Sara (Götzen) akzeptiert, noch einen leeren Ausspruch ohne Hintergrund. Wir müssen also davon ausgehen, dass wenn der Pasuk schreibt [25:33] "und er schwor ihm” und Jaakow den Schwur akzeptierte, dass Ejsaw bei Haschems Namen schwor und Jaakow das Gefühl hatte, dass sein Bruder dies Ernst meine.

Wie verbinden wir dies aber mit der Tatsache, dass Ejsaw an diesem Tag ein "Kofer be'Ikar" wurde.

Der „Alte von Slabodka“ sagt eine interessante Bemerkung: Die Torah schreibt, dass Jizchak den Ejsaw liebte, weil “Zajid bePiw" (dies wird normalerweise übersetzt mit 'Wildbret war in seinem Mund' – d.h. dass Jizchak gelegentlich den Wunsch nach Wildbret hatte, den Ejsaw, als Jäger, erfüllte). Raschi aber zitiert den bekannten Midrasch, dass “Zajid bePiw" (in seinem Mund) sich auf Ejsaw bezieht, nicht auf Jizchak. Dies bedeutet, dass Ejsaw Jizchak sozusagen gefangen hatte mit seinen verschlagenen Kommentaren und Fragen. Er fragte z.B. seinen Vater, was der korrekte Weg sei, um von Salz und Stroh den Zehnten zu nehmen (Dinge, die man nicht verzehnten muss, weil sie nicht ein Gewächs oder eine Nahrung von Menschen sind).

Der „Alte von Slabodka“ sagt, Ejsaw fragte diese Fragen nicht - wie man normalerweise annimmt - um seinen Vater irrezuführen. Er meinte es ehrlich! Zu jenem Zeitpunkt war er wirklich rechtschaffen. Sein Problem war, dass er sich nicht entscheiden konnte. Er schwankte zwischen einem Leben als Zaddik (Frommen) und einem als Rascha (Bösewicht). Einmal konnte er eine Frage stellen, die grosse Frömmigkeit und Ernsthaftigkeit versprach. Und dann in der nächsten Minute schon – überwältigt durch seine Leidenschaft –konnte er eine der schrecklichsten Sünden begehen.

Dies ist der Unterschied zwischen einem Zaddik und einem Rascha. Ein Zaddik ist konsequent. Es wird im Leben immer Prüfungen, Versuchungen und Kummer geben. Es werden immer neue Dinge aufkommen. Der ehrliche Mensch bleibt auf Kurs. Ejsaw war unbeständig wegen seiner Schlechtheit. Er konnte von einer Minute zur anderen umschwenken. Er konnte seinen Vater fragen, wie man den Zehnten von Salz nehmen muss und dann eine Kehrtwendung machen und ein verlobtes Mädchen schänden.

Der Pasuk in Mischle [10:20] schreibt, "Lew Rescha’im Kim'at" – "das Herz der Schlechten kann schnell wechseln.

Ähnlich werden im Sefer Jeschaja die Schlechten mit einer Welle verglichen. Wir schauen das Meer an und sehen eine Welle. Einmal ist sie 3 Meter hoch und einige Minuten später flach wie ein Brett. Schlechte Menschen sind wie eine Welle. Man kann in der ersten Minute in eine Richtung gehen und sich in der nächsten Minute in die gegensätzliche Richtung bewegen.

Zuerst sagte Ejsaw (als er einen Teller Suppe brauchte, um sein Verlangen zu stillen), "Was für einen Wert hat dieses Erstgeborenenrecht für mich?" – Ich brauche Haschem nicht. Zwei Pesukim später schwört er im Namen von Haschem und meint es ernst. Dies ist die Natur der Schlechten – sie werden von den Launen der Stunde gesteuert.

Raw Baruch Sorotzkin bezieht sich auf einen Talmud Jeruschalmi in Nedarim [38a]: "In der Zukunft wird sich der schlechte Eisaw in einen Tallit (Gebetsmantel) wickeln und zusammen mit den Gerechten im Gan Eden (Paradies) sitzen. Doch G’tt wird ihn anschreien und hinauswerfen."

Man erklärt diesen Abschnitt üblicherweise damit, dass Ejsaw nie aufhörte falsch zu sein. Sogar im Gan Eden denkt er, er könne alle austricksen, wie er seinen Vater irregeführt hatte. Raw Baruch Sorotzkin versteht dies anders. Ejsaw will sich nicht verstellen. In den Phasen seiner Ehrlichkeit meint er tatsächlich, ins Gan Eden zu gehören. Dies hält ihn aber nicht davon ab, einen Moment später ein absoluter Häretiker zu sein (Kofer be’Ikar).

Dies ist der Unterschied zwischen einem Zaddik und einem Rascha.



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