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Paraschat Wajeze

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Raw Frand zu Parschat Wajera 5766 (Beitrag 1)

Die Verbindung zwischen Avraham und dem Etrogbaum

Am Anfang der Parschat Vajera, schaute Avraham auf und bemerkte drei Figuren, die auf der Strasse standen. Avraham lief ihnen entgegen, um sie zu begrüssen. [Bereschit 18:2]. Der Pasuk (Vers) wiederholt die Worte ‘va-jar’ (und er sah) zweimal. Zuerst heisst es: „Und er erhob seine Augen, - da sah er…“; und dann nochmals „…und als er sie gewahrte, lief er ihnen entgegen.“ Wofür wird dieses zweite „Sehen“ erwähnt?

Der Mikdasch Mordechaj, Rav Mordechai Ilan, gibt eine interessante Deutung. Er erklärt, dass es viele Ereignisse gibt, die „momentane Begeisterung“ hervorrufen. Unsere erste Reaktion ist, uns zu beeilen und die Mizva oder die gute Tat auszuführen. Mit der Zeit aber gewinnt das logische Denken die Überhand über die Gefühle und die anfängliche Begeisterung verschwindet.

Bei unserem Stammvater Avraham war dies nicht der Fall. Dieser Pasuk lehrt uns, dass Avraham kein Mensch war, der der Eingebung des Augenblicks folgte. Seine Begeisterung überdauerte die erste, reflexartige Reaktion. Auch nach einer weiteren Abwägung – einem sogenannten zweiten Anlauf – blieb er entschlossen, Zuwendung und Gastfreundschaft anzubieten. Seine Eigenschaft der Freundlichkeit entstand nicht nur aus dem Gefühl (die erste Betrachtung), sondern vielmehr aus einer reiflichen Überlegung heraus (die zweite Betrachtung).

Die Weisen sprechen über diese Beständigkeit von Avrahams Eigenschaft von Wohltätigkeit. Es war sein Markenzeichen. Torat Kohanim bemerkt, dass der Ausdruck „Frucht vom Prachtbaume (‚Pri Ez Hadar’)“ [Vajikra 23:40] sich auf Avraham Avinu bezieht.

Was ist der Zusammenhang zwischen Avraham und der Etrog-Frucht (die die Torah als Pri Ez Hadar bezeichnet)?

Der Talmud sagt, dass der Vergleich zwischen Avraham und dem Etrog auf einer anderen Übersetzung des Ausdruckes „Pri Ez Hadar“ beruht. Wörtlich bedeutet Pri Ez Hadar „Frucht eines Prachtbaumes“. Der Talmud sagt jedoch, dass man beim Vertauschen der Vokale in „Hadar“, das Wort auch als „Hador“ („verweilen“) lesen kann. Der Ausdruck kann deshalb auch als „Frucht eines beständigen Baumes“ übersetzt werden. Dies beruht auf der Tatsache, dass der Etrog im Gegensatz zu anderen Bäumen, nicht einfach wächst, Blüte trägt und innerhalb von drei Monaten vom Baum abfällt. Der Etrog verbleibt das ganze Jahr hindurch auf dem Baum. Er hat eine Beständigkeit, die man bei keiner anderen Frucht findet.

Das war die Eigenschaft von Avraham. Es war nicht nur eine momentane Begeisterung, die seine Freundlichkeit hervorrief. Wenn Gäste kamen, war Avraham nicht nur am ersten Tag begeistert. Was war mit Gästen, die drei Tage blieben? Avraham wurde nicht müde, seine Gastfreundschaft anzubieten. Avraham war beständig, genau wie der Etrog, der das ganze Jahr hindurch auf dem Baume bleibt.

Ein Vers bezüglich der Akeda (die Opferung von Itzchak) sagt: „Am dritten Tage erhob Avraham seine Augen und sah den Ort von ferne.“ [22:4]. Der Midrasch Tanchuma fragt, warum G’tt drei Tage wartete, und ihm den Ort nicht schon am ersten oder zweiten Tage zeigte. Der Midrasch antwortet darauf: Der Grund für das dreitägige Warten lag darin, dass die Völker nicht denken sollten, dass Avraham von einer vorübergehenden Ekstase ergriffen wurde, in der ihn die Gefühle überwältigten und er keine Zeit zum Nachdenken hatte.

Avraham Avinu hatte reichlich Zeit, um über die Akeda nachzudenken. Er wanderte drei Tage lang und dachte darüber nach. Aber dies war Avraham. Er war kein unbeständiger Mensch der Gefühle, deren Macht ihn nur momentan ergriff. Er war der Beständige, genau so wie der Etrog – der das ganze Jahr hindurch auf dem Baume verweilt.

Der Maharal bringt in Netivot Olam einen unglaublichen Midrasch:

Ben Soma sagt, dass wir einen alles umfassenden Pasuk in der Torah finden – „Höre Israel! der Ewige ist unser G’tt, der Ewige ist Einer.“ [Dewarim 6:4]. Ben Nanos stellt fest, dass es sogar noch einen wichtigeren Pasuk in der Torah gibt als denjenigen von Schema Jisrael. Welchen? „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ [Wajikra 19:18] Schimon ben Pazzai hingegen sagt, dass es einen noch massgebenderen Pasuk gibt, der mehr beinhaltet als diese beiden Pesukim (Verse) zusammen. Welcher Pasuk könnte dies wohl sein? „Das eine Schaf sollst du am Morgen darbringen…“ [Schemot 29:39].

Der Maharal erklärt ben Pazzai’s seltsam erscheinende Wahl. Der Vers bezieht sich auf das Korban Tamid (das immerwährende tägliche Opfer). Der Pasuk weist auf die Beständigkeit hin, der Fähigkeit des Menschen G’tt mit völliger Hingabe zu dienen. Der tagtägliche Dienst – tagein/tagaus - ist bedeutungsvoll. Tamid – Beständigkeit tagein/tagaus, jahrein/jahraus: Dies ist das hohe Prinzip der Torah.

Der Talmud listet eine Reihe von Begebenheiten auf, bei denen Schüler verschiedenen Amoraim (Talmudlehrern) folgende Frage stellten: „Welchem Verdienst schreibst du dein langes Leben zu?“

Einer der Amoraim antwortete: „Ich habe nie eine Abkürzung durch das Beit HaMidrasch (Lehrhaus) gemacht.“ Ein anderer antwortete: „Ich habe nie jemandem mit seinem Übernamen gerufen.“ Viele Antworten werden gegeben, aber es lässt sich kein gemeinsamer Nenner für den Verdienst von Langlebigkeit finden.

Ich habe einmal gehört, dass es doch einen gemeinsamen Nenner gibt. Jeder Amora antwortete: „Ich habe NIE…“ („me’olam lo…“). Der Schlüssel ist das „NIE“: Beständigkeit tagein/tagaus. Der Schlüssel ist das Verbleiben auf dem Baum, das ganze Jahr hindurch. Die Wahl der Mizva ist nicht der zentrale Punkt. Die Hauptsache ist Temidius – Beständigkeit. „Das eine Schaf sollst du am Morgen darbringen…“


Quellen und Persönlichkeiten:
Mikdasch Mordechaj: Rav Mordechai Ilan; zeitgenössischer Rosch Jeschiwa.
Rabbi Jehuda Loeb von Prag (1525 - 1609) [Maharal]: Rabbiner, Denker und Schriftsteller.



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