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/Paraschat Re'eh

Schawuot

Warum heisst Schawuot nicht Simchat Torah?

In verschiedenen Parschiot werden die jüdischen Feiertage behandelt. Eines der Feiertage ist das Schawuot-Fest. Obwohl die Torah es nicht explizit erwähnt, wissen wir alle, dass Schawuot den Zeitpunkt markiert, an dem wir das Geschenk der Torah bekommen haben ("Seman Matan Toratejnu") und es dieser Jom Tow (Feiertag) ist, an dem wir diese Tatsache feiern.

Die offensichtliche Frage ist die folgende: Wenn wir für das Schawuot-Fest einen guten Namen aussuchen müssten, dann gibt es scheinbar einen viel besseren Namen für das Fest: "Simchat Torah"! Wir haben die Torah an Schawuot erhalten. Wir feiern dieses Ereignis - Simchat Torah! Was könnte ein noch logischer Name für dieses Ereignis sein?

Die Frage ist also, warum Simchat Torah nicht auf Schawuot fällt. Warum ist Schawuot nicht der Tag von Simchat Torah? Was ist die Erklärung für zwei verschiedene Feiertage zur Erinnerung an die Torah?

Ich sah einmal eine wunderschöne Beobachtung von Raw Simcha Sissel Brody, dem Rosch Jeschiwa der Chewroner Jeschiwa. Es gibt zwei Arten von Geschenken auf der Welt. Es gibt Geschenke, die einen Wert haben, aufgrund des Wertes des Geschenks an sich (wie das Geschenk eines Diamanten, eines Autos, eines schönen Gemäldes - etwas von innerem Wert) und es gibt Geschenke, deren Wert sich auf der Person [bzw. dem Individuum] begründet, die das Geschenk gegeben hat.

Lyndon Johnson war ein sehr effektiver Präsident, wenn es darum ging, Gesetze zu verabschieden. Er hatte eine besondere Fähigkeit, Gesetzesentwürfe im Kongress durchwinken zu lassen. Er hatte regelmässig aufwendige "Unterschrifts-Zeremonien" im Weissen Haus. Vor ihm lag immer ein ganzer Haufen Kugelschreiber und er unterschrieb seinen Namen langsam - jeweils mit einem anderen Kugelschreiber für jede einzelne Kurve eines jeden Buchstaben seines Namens, Lyndon Baines Johnson. Jede Person, die zu dieser Zeremonie eingeladen war, erhielt einen der Kugelschreiber, die die Person zur Unterschrift der Gesetzgebung gebraucht hatte, als Geschenk. Der Kugelschreiber selbst mag nur ein paar Dollar gekostet haben, doch es war ein sehr wichtiges Geschenk, weil es vom Präsidenten der Vereinigten Staaten kam. Gleichermassen erhält jeder, der mit der Präsidenten-Maschine "Air Force One" fliegt, ein Paar Manschettenknöpfe mit den Insignien des Präsidenten der Vereinigten Staaten. Auch hier, sind die Manschettenknöpfe selbst zwar höchstens fünfzig Dollar wert. Doch die Tatsache, dass sie vom Präsidenten der Vereinigten Staaten kommen, machen sie zu einem extrem wertvollen Geschenk. Dies sind die zwei Arten von Geschenken - "an sich" wertvoll und wertvoll aufgrund der Person, die sie gegeben hat.

Was passiert, wenn wir die Vereinigung beider Aspekte haben? Also etwas, das sowohl das wertvollste Geschenk auf der Welt ist, als auch vom größten Individuum der Welt gegeben wurde? Das ist "Matan Torah"! Das Geschenk der Torah ist das wertvollste Geschenk der Welt - denn nichts kann in seinem Wert mit der Torah verglichen werden. Und wer hat es uns gegeben? Nicht der Präsident der Vereinigten Staaten, sondern der König aller Könige, der Meister des Universums!

Wie feiern wir dieses Geschenk? Raw Simcha Sissel sagt, dass so eine Feier zwei separate Tage benötigt - einen Tag, um das Geschenk ins Auge zu fassen und einen Tag, um über den Geber des Geschenks zu meditieren. Schawuot ist der Jom Tow der Torah. Es ist der Feiertag, an dem wir zu der Erkenntnis gelangen müssen, dass "wenn wir an diesem Tag nicht die Torah erhalten hätten, wir noch irgendein 'Völkchen' unter vielen wären!" Wie würde unser Leben aussehen, ohne die Torah? Wie wären unsere Familien ohne die Torah? [Wir müssen nicht weiter gehen, als bis zu unseren Haustüren, um nach draussen zu schauen und die gesellschaftlichen Probleme zu sehen, die uns eine Antwort auf diese Frage geben.] Man stelle sich eine Woche ohne Schabbat vor - oder ein Jahr ohne unseren Zyklus der spirituell erhebenden Feste! Wie würden unsere Kinder aussehen, wenn wir nicht die Torah hätten, um ihnen bei ihrer Entwicklung den Weg zu weisen? Wo wären wir?

Die Torah ist so wertvoll, dass sie uns einen Tag abverlangt, an dem wir uns hinsetzen und Wertschätzung zeigen: "Danke G-tt, der uns von jenen getrennt hat, die irren - und der uns die „Torat Emet“ (wahre Lehre) gegeben und in unsere Herzen ewiges Leben eingepflanzt hat." (Gebet „uWa leZion“ bei Schacharit). Das ist Schawuot.

Doch am selben Tag können wir nicht auch vollkommen verstehen, wer der Geber ist. Dies benötigt einen zweiten Tag, der "Simchat Torah" ist. Wie wir alle wissen, ist der Jom Tow von Sukkot der universalste aller jüdischen Feiertage. Es ist der Feiertag, an dem wir stellvertretend für die siebzig Völker der Erde Opfer darbringen. Es ist ein universaler Jom Tow. Schmini Azeret (und ausserhalb von Erez Jisrael die beiden Tage von Schmini Azeret und Simchat Torah) ist eine Zeit, wo G-tt sagt - wie es heisst: "Alle sind gegangen. Die Party ist vorbei. Ich möchte nur, dass ihr noch einen zusätzlichen Tag bei mir bleibt." Es gibt keine besonderen Mizwot - keinen Lulav, keinen Etrog, keine Sukkah, keine siebzig Nationen - nur der Allmächtige und sein Volk kommen zusammen, zu einer Zeit der intimen Verbindung. Dies ist der Tag, an dem wir uns auf den Meister des Universums konzentrieren. Dies ist der Tag, der dem Geber des Geschenks der Torah gewidmet ist.

Schawuot erlaubt uns, die "Chefza" der Torah zu feiern (den Gegenstand selbst) und Schmini Azeret bzw. Simchat Torah erlaubt uns, über die Grösse des Gebers der Torah nachzudenken.

 

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