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Schabbat Schalom

Das Jüfo-Team wünscht Ihnen „Schabbat Schalom“. Vergnügen Sie sich mit den Schabbat-Nigunim.
Schabbat Schalom

Der Monat Tammus

Tammus ist der vierte Monat des Jahres, wenn man von Nissan an zu zählen beginnt. Auch in der Tora wird er "der vierte Monat" genannt. Der Name Tammus, wie die anderen Monatsnamen, ist babylonischen Ursprungs.
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Beiträge zu Paraschat wa'Etchanan

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Raw Lam zu Pessach: Ma Nischtana - Was ist die Frage?

Ma Nischtana - Was ist die Frage?

„Worin unterscheidet sich diese Nacht von allen anderen Nächten?“ [Pessach-Hagada]

 „Wichtig ist vor allem, nicht mit dem Fragen aufzuhören. Neugier hat sein eigenes Existenzrecht. Die Ehrfurcht, die einen befällt, wenn man sich mit den Geheimnissen der Ewigkeit, des Lebens und dem wunderbaren Aufbau der Realität, befasst, lässt sich nicht zügeln. Es reicht, wenn man jeden Tag versucht, ein wenig dieses Mysteriums zu verstehen. Verliert nie diese heilige Neugier. [Albert Einstein]

Die Pesach-Hagada ist eine der grossartigsten und erfolgreichsten Lehrpläne aller Zeiten. Gut, dass wir so eine aussergewöhnliche Erziehungshilfe zur Verfügung haben. Wie könnten wir sonst sicher sein, dass wir unsere heilige Pflicht, der nächsten Generation die Erfahrung des Auszugs aus Ägypten weiterzugeben, richtig erfüllen?

Wir würden sonst um Worte ringen oder nach Geschichten suchen oder, was von allem das Schlimmste ist: Unseren Kindern müssten eine Lehrstunde über sich ergehen lassen. Kinder und Erwachsene verabscheuen Belehrungen. Ich weiss es! Ich bin von Beruf „Lehrer“.

Jedes Kind vernimmt irgendwann einmal die alte Leier: „Als wir noch Kinder waren …“ Die mühseligen Lebensumstände von „damals“ werden, wenn die Jahre vergehen, immer misslicher. „Als wir jung waren, mussten wir zweimal im Tag 20 Kilometer im Schnee bergauf kraxeln, um zur Schule zu gelangen. Meint ihr, jedes Kind habe eine eigene Jacke gehabt?“ Jemand fragte einmal: „Was wird die heutige Generation ihren Kindern erzählen? Als wir jung waren, mussten wir noch aufstehen, um am Fernseher den Sender umzustellen!“ Sie werden uns ungläubig anstarren. Die Belehrung ist eine oft missbrauchte Erziehungsmethode.

Der Aufbau des Sederabends ist darauf ausgerichtet, diesen Fehler zu vermeiden. Er verletzt sogar seinen Namen, „Seder“, der Ordnung bedeutet. Er unterbricht mit voller Absicht die einfache Reihenfolge, nur um ein Ziel zu erreichen: Das Provozieren einer Frage. Ein grosser Philosoph sagte einmal: „Es gibt nicht Nutzloseres als die Antwort auf eine Frage, die nie gestellt wurde!“ Ohne Frage wird auch das interessanteste Gesprächsthema zu einer bedeutungslosen Belehrung. Das Leben ist Antwort auf welche Frage? Ist die Frage jedoch einmal gestellt, die Suchmaschine in Gang gebracht, so ist plötzlich alles von Bedeutung und alle Dinge erhalten die Fähigkeit, unsere Lehrer zu werden.

Versuchen Sie zur Anregung einmal einen von den folgenden Gedanken: Was ist der Sinn des Lebens? Wieso hat Haschem uns auserwählt? Wie und warum haben wir überlebt? Ist unsere Geschichte einzigartig? Gibt es in unserer Geschichte erkennbare, wiederkehrende Muster? Was ist die Botschaft für uns? Wieso versammeln wir uns als Volk wieder in dieser Nacht? Wer hat diese Ereignisse gelenkt? Wie wird dieses Drama enden? Wird alles Leiden des Exils einmal auf gerechte Weise vergolten? Sind wir überhaupt im Exil? Wofür lebe ich? Wofür bin ich bereit zu sterben? Schätze ich, was ich habe? Wem bin ich Dank schuldig? Wie zeige ich meine Dankbarkeit? Was bedeutet es, frei zu sein? Bin ich wahrlich frei? Usw.

Von einer Frage hängt nicht nur der Erfolg des Sederabends sondern unsere ganze Existenz ab. Die Welt bekommt in dem Masse Bedeutung, in dem wir uns Fragen stellen. Alle Tatsachen und Informationen türmen sich zu nichts mehr als einer Unmenge von „Schall und Rauch, die nichts bedeuten“, wenn wir uns nicht darüber wundern. Deshalb wird am Seder-abend die Wichtigkeit des Fragens unterstrichen.

Jüdische Eltern sind oft von guten Fragen stärker beeindruckt als von guten Noten. Einer meiner Schulleiter sagte mir: „Die Frage ist wichtiger als die Antwort! Vermittle ihnen den Sinn für die Frage!“ Wir interessieren uns weniger dafür, ihnen beizubringen „was“ zu denken als „wie“ zu denken.

Ein reicher Mann war einmal auf der Suche nach einem Bräutigam für seine bildschöne Tochter. Er reiste zu einer Jeschiva und stellte eine schwierige talmudische Frage. Er bot die Hand der Tochter demjenigen, welcher dieses schwierige Rätsel lösen könne. Kein Schüler war in der Lage, die richtige Antwort zu geben und so setzte sich der reiche Mann wieder in seine Kutsche und fuhr Richtung Stadtrand.

Als er sich dem Stadtrand näherte, vernahm er die Rufe eines jungen Mannes, welcher ihm augenscheinlich schon längere Zeit nachgeeilt war. Verschwitzt und staubbedeckt, erschöpft und atemlos fragte der Schüler: „Nu?! Was ist die Antwort auf die Frage?“ Der reiche Mann antwortete: „Du bist derjenige, den ich mir für meine Tochter wünsche!“

Eine von vielen Fragen bleibt: „Wie ist die Frage?“


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