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Raw Ciner zu Parschat Wa'etchanan 5765

Die lange Reise zum Herzen

„Darum sollst du heute erkennen und es dir zu Herzen nehmen, dass HASCHEM der wahre G’tt ist, im Himmel oben und auf Erden unten, keiner sonst.“ [Dewarim 4:39]

Es gibt die Geschichte vom Mann in einem Irrenhaus im mittleren Westen, der darauf bestand, koscheres Essen zu erhalten. Das Irrenhaus lehnte dies ab. Daraufhin bewies er seine Ernsthaftigkeit, indem er sich in einen Hungerstreik begab. Es wurde ein administrativer Albtraum, aber schlussendlich mussten sie nachgeben. Für diesen einen Patienten wurde täglich hunderte von Kilometern weit koscheres Essen herangeführt. An einem Samstagmorgen machte einer der jüdischen Ärzte seine Runde und bemerkte verblüfft, wie derselbe Mann eine lange Zigarre rauchte. Der Arzt war ausser sich. Er fuhr den Patienten vorwurfsvoll an: „Für koscheres Essen stellst du das ganze Spital auf den Kopf und heute, am heiligen Schabbat, rauchst du eine Zigarre?!“ Dieser nahm einen tiefen Zug und sprach: „Vergiss nicht, Doktor! Ich bin ein Verrückter!“

Auch für uns ist es oft schwer, dem nachzuleben, was wir eigentlich genau wissen. Oft verlassen wir uns mehr auf unsere Gefühle und achten weniger auf das trockene Wissen. Im Idealfall sind wir mit den Dingen, die wir mit dem nüchternen Verstand bereits als richtig bestätigt haben, auch gefühlsmässig verbunden. Sogar wenn wir von den grundlegenden Lebenswahrheiten wie der Existenz G’ttes oder der Richtigkeit der Torah überzeugt sind, bleibt die Frage: Wie machen wir unser Herz dafür empfänglich und verwandeln sie in die Realität? Die beängstigende Möglichkeit bleibt bestehen, dass wir zwar die schriftliche Prüfung bestehen, im wahren Leben aber jämmerlich durchfallen. Das ist verrückt! Was soll man dann tun?

  1. Nimm dir einen Satz und wiederhole ihn unablässig, mit mehr und mehr Begeisterung und Gefühl. Aus den Worten werden farbige und immer schärfere Bilder spriessen und mit der Zeit werden diese Worte vollgepackt mit Bedeutung.
  2. Koneh lecha Chaver – Erwerbe Dir einen Freund, sagt die Mischna in Pirke Avot (Sprüche der Väter). Das ist auch schön. „K’neh“ kann jedoch auch „Schreibstift“ bedeuten. Der Schreibstift sei dein Freund. Setze dich vor ein weisses Blatt Papier und stelle dir eine Frage. Was hat Bestand? Lasse deinem Schreibfluss ungestört den Lauf. Mache dir eine Liste mit 25 Punkten. Wie werde ich ein besserer Ehegatte/Elternteil/Jude? Lass’ es fliessen. Verbessere es später!
  3. Mache eine Mediendiät und verzichte auf Radio, Zeitungen etc. Die Welt ist wie ein Theaterstück. Wenn man einige Monate später schaut, merkt man, dass man nicht viel verpasst hat. Nach einiger Zeit beginnt man, sich eigenständige Gedanken zu machen und vernimmt die Schläge des eigenen Herzens ohne vom Lärm der Welt gestört zu werden.
  4. Unterrichte andere. Es gibt nichts Besseres, um etwas genauer zu ergründen, als wenn man dies jemand anderem nahe bringen muss.
  5. Tue einige gute Taten im Stillen, ohne das Wissen oder die Zustimmung der anderen. Wenn du dies tust, eröffnest du ein eigenes „Innenwelt“-Konto und schmiedest eine tiefe persönliche Beziehung zu Haschem.
  6. Lerne Torah mit Hingabe und einem Leuchtstift.

Reb Klonimus Kalman von Piaseczno schreibt: „Es gibt eine Art prophetische Offenbarung, die entsteht, wenn man in ein heiliges Buch hineinschaut. Es geht nicht um die Kenntnis der Zukunft, denn diese ging mit der Zerstörung des Tempels verloren. Es ist vielmehr ein Gefühl des Geführtwerdens zum Dienst an G’tt und ein Gespür für die Heiligkeit Israels. Wir hatten alle bereits einmal das Erlebnis, dass wir in ein heiliges Buch vertieft waren und plötzlich von einem tiefen Gedanken überwältigt wurden. Ein Wort sticht uns tief ins Herz und gibt uns jahrelang keine Ruhe, bis es es geschafft hat, uns in einen anderen Menschen zu verwandeln und uns zu heiligen und zu erheben. Was geht hier vor? Wir haben diesen Gedanken bereits von anderen vernommen und davon schon in Büchern gelesen und doch blieben wir davon unberührt. Und plötzlich dringt er in unser Herz und unser Bewusstsein vor. Das aufmerksame Betrachten des Brustschilds, welcher vom Hohepriester getragen wurde, kam dieser Erfahrung nahe. Auch hier waren alle Buchstaben eingeritzt, für die Augen des Kohen (Priester) leuchteten jedoch nur einige dieser Buchstaben; und dies auch nur für einen Kohen mit g’ttlicher Eingebung. Ein anderer Kohen konnte neben ihm stehen und gar nichts erkennen.“

Es kann eines der aufregendsten (wenn auch am meisten vernachlässigten) Abenteuer werden, die das Leben zu bieten hat, wenn man eine oder alle der erprobten Methoden auf der Liste oben in die Tat umsetzt.

Der reine Verstand ist der Ausgangspunkt für die lange Reise zum Herzen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Klonimus Kalman Schapira (1889 – 1943): Chassidischer Rebbe in Piaseczno bei Warschau, Polen; Autor des Sefers „Esch Kodesch“ (Reden, die er im Warschauer Getto hielt); von den Nazis ermordet.



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