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Raw Ciner zu Parschat Mass’ej 5764

Raw Ciner zu Parschat Matot-Mass’ej:

Das Buch Bamidbar schliesst mit der Doppelparascha Matot-Masej. Zahlreiche Begebenheiten zeugen von der Macht unserer Worte. Die erste Parascha, Matot, beginnt mit den Gesetzen der Nedarim (Schwüre). „…kechol hajozeh mipiv ja’aseh“ - „alles, was seinen Mund verlässt, muss er tun“ [Bamidbar 30:3].

Ein Mensch erklärt etwas als verboten und nach dem Gesetz der Torah wird es damit auch verboten! Eine Uebertretung wird dem Genuss eines (unkoscheren) Hamburgers gleichgesetzt! Wir sind alle mit dem Gedanken vertraut, dass Stöcke und Steine mir die Knochen brechen können, aber Worte mir niemals etwas anhaben können. Im geistigen Bereich, in dem wir leben (der von der scheinbaren Wirklichkeit des Materiellen verdeckt wird) haben die raum- und zeitlosen Worte mehr Macht als körperliche Handlungen. Unsere Worte schaffen eine Wirklichkeit, welche bewirkt, dass eine Tat, die wir gegen unser selbst ausgesprochenes Verbot begehen, für uns im geistigen Bereich schädlich und gefährlich wird.

Unser Wochenabschnitt beschreibt den Kriegsbeginn mit Midjan. Der Vers hält fest, dass eintausend Männer aus jedem Stamm in den Krieg zogen. Der Midrasch fügt hinzu, dass sich gleichzeitig eintausend Männer aus jedem Stamm zum Gebet versammelten. Rav Chaskel szl. frägt, weshalb Tefilah (Gebet) notwendig war? Als Gesandte G’ttes war ihnen der Sieg ja sicher? Wozu brauchte es eintausend Davener (Betende), entsprechend der Anzahl der Krieger? Wieso war es nötig, dass sie auf das Feld, wo die Kämpfe stattfinden würden, hinausgingen?

Er erklärt, dass wir von dem, was sichtbar bzw. unsichtbar ist, irregeführt werden. Falls die Schlacht ohne das Beisein der „Davener“ gewonnen worden wäre, hätte das irrige Gefühl aufkommen können, dass wir „die Schlacht wegen unserer Stärke“ gewonnen haben. Damit die Juden klar erkennen konnten, dass der Sieg nur wegen der Tefilah errungen wurde, mussten sie das Gebet mit eigenen Augen sehen. Die gleiche Anzahl der Davener gewann die Schlacht! „Die Stimme ist die Stimme von Ja’akov und die Hände sind die Hände von Esau“ [Berejschit 27:22]. Unsere Kriege werden mit unserem Mund gewonnen, mit unserer Tefilah, mit unserer Verbindung zu Haschem. Nur auf diese Weise kann ein Krieg gewonnen werden.

Die Torah hält im Kriegsbericht fest, dass Bilam mit dem Schwert getötet wurde [Bamidbar 31:8]. Raschi erklärt, dass Bilam versucht hatte, sich unserer Waffen zu bedienen. Er hatte versucht, uns mit seinen Flüchen wortgewaltig Schaden zuzufügen. Deshalb war es nur recht, dass er mit Hilfe seiner Waffen getötet wurde. Die Torah hebt hervor, dass er durch das Schwert fiel.

Unser Ringen mit den Völkern (und unser innerer Kampf, um unsere Aufgabe auf dieser Welt zu erfüllen), ist ein Kampf des Wortes gegen das Schwert. Setzen wir unser Vertrauen auf unsere eigenen Handlungen, auf unsere Fähigkeiten und Stärken oder erkennen wir, dass unser ganzer Erfolg und unsere endgültige Erlösung nur von Haschem abhängig ist und damit von seiner Beziehung zu Ihm?

Die Macht unserer Worte sehen wir in einer Gemara in Kiduschin [29b]. Was soll man tun, wenn wenig Geld zur Verfügung steht und nur einer von beiden, Vater oder Sohn, ganztags Torah lernen kann? Nach der ersten Meinung hat der Vater Vortritt, er soll lernen gehen. Rav Jehuda demgegenüber hält fest, dass der Sohn gegenüber seinem Vater Vortritt hat, wenn er sich bemüht und das Gelernte behält.

Die Gemara fährt fort mit dem Bericht von Rav Acha, der seinen Sohn Ja’akov in die Jeschiwa von Abaje schickte. Während einem Besuch zuhause erkannte Rav Acha, dass die Qualität seines Studiums nicht so überragend war, wie er angenommen hatte. Rav Acha beschloss deshalb, dass Rav Ja’akov zuhause bleiben solle und er stattdessen lernen gehe.

Als Abaje vernahm, dass Rav Acha auf dem Weg zu ihm war, ergriff er die Gelegenheit: Ein gefährlicher Dämon machte nämlich das Bejt Midrasch (Lehrhaus) von Abaje unsicher. Er hatte sogar zwei Lernende bei Tageslicht angegriffen. Abaje verkündete: “Keiner darf Rav Acha in sein Haus aufnehmen.“ Diese Anordnung sollte Rav Acha zwingen, im Bejt Midrasch zu übernachten und dem Dämon den Garaus zu machen. Die Gemara erklärt, dass Abaje die Hoffnung hegte, dass vielleicht ein Wunder geschehen und Rav Acha den Dämon bezwingen würde.

Rav Acha traf in der Stadt ein und sah überall das Zeichen „Zimmer besetzt“. Er musste also im Bejt Midrasch sein Nachtlager aufschlagen. Der Dämon griff ihn in Form einer siebenköpfigen Schlange an. Mit jeder Verbeugung in Rav Acha’s Gebet fiel einer der Köpfe der Schlange, bis der Dämon oder die Schlange tot war.

„Wäre mir kein Wunder geschehen, so hätte ich in ernsthafter Gefahr geschwebt“, schilderte Rav Acha die „Gastfreundschaft“ der Stadt.

Der Maharscha stellt zwei grundlegende Fragen: 1. Wie konnte Abaje Rav Acha in so eine gefährliche Situation bringen, aus der ihn nur ein Wunder retten konnte? 2. Sogar wenn ein Wunder stattfinden würde - würde dies nicht die Verdienste von Rav Acha schmälern? Mit anderen Worten: Wie konnte Abaje eine Situation herbeiführen, in der Rav Acha im schlimmsten Fall getötet und im besten Fall einen Teil seiner Verdienste verloren hätte?

Seine einfache Antwort ist: Abaje wusste, dass Rav Acha’s Gebet den Dämon töten würde! Das war kein Wunder! „Die Stimme ist die Stimme von Ja’akov und die Hände sind die Hände von Esau.“ Genauso wie ein Sieg eines Berufsboxers in einem Kampf gegen meine dreijährige Tochter kein Wunder darstellt, so war es absolut klar, dass ein Jude auf der Stufe von Rav Acha einen Dämon mit seinem Gebet töten konnte!

Abaje dachte, dass Haschem den Dämon vielleicht töten würde, bevor Rav Acha zum Gebet ansetzte. Nur in diesem Fall wäre dies ein Wunder gewesen und hätte dessen Verdienste geschmälert. Abaje nahm jedoch dieses Risiko in Kauf, um die Stadt von der dämonischen Gefahr zu befreien.

In seiner Bescheidenheit wollte Rav Acha den Tod des Dämons nicht seinem Gebet, sondern einem Wunder zuschreiben. Im Grunde genommen war der Tod des Dämons jedoch das natürliche Resultat von Rav Acha’s „KO“- Gebet.

Die zweite Parscha dieser Woche, Parschat Masej, beschreibt die 42 Reiserouten, die wir auf dem Weg nach Erez Israel in der Wüste durchzustehen hatten. Nur durch diese Reisen und Mühen in der Wildernis, erreichten wir die notwendige Stufe, um Erez Israel betreten zu können. Daran sollten wir denken, wenn wir in unserem Privatleben unausweichlich Schwierigkeiten und Mühen zu überstehen haben. Wir können uns nur dann entwickeln, wenn wir jedes einzelne Problem überwinden und dadurch wachsen. Ohne diese Herausforderungen gibt es kein Wachstum. Mögen wir alle Gelegenheiten, die wir in unserem Leben antreffen, gut nützen, besonders unsere Kraft der Rede, um Haschem und unserem Nächsten näherzukommen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Jecheskel (Chatzkel) Levenstein (1884 – 1974): Maschgiach (geistiger Führer) der Jeschivot von Mir und Ponivesch, Litauen, USA, Israel.
Rabbi Schmuel Elieser Edels [Maharscha] (1560- 1631): Talmudkommentator.



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