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Raw Frand zu Parschat Korach 5761 (Beitrag 2)

Der Streit von Korach und seiner Gemeinde

Die Mischna [Pirkej Awot 5:17] sagt, dass jede Auseinandersetzung, welche in reiner Absicht im Namen G`ttes geführt wird, positive Ergebnisse zeigt und jeder Streit, der nicht in reiner Absicht geführt wird (wo Menschen nur für ihre eigenen, persönlichen Interessen kämpfen) nie positive Ergebnisse liefert. Die Mischna erwähnt den Streit zwischen Hillel und Schammai als klassisches Beispiel für einen Streit zur Ehre G`ttes. Das Paradebeispiel für einen Streit ohne himmlischen Zweck, ist dasjenige von "Korach und seiner Gemeinde". Viele Erklärer bemerken, dass eigentlich die Ausdrucksweise der Mischna sein sollte: "Der Streit von Korach und Mosche" und nicht "Der Streit von Korach und seiner Gemeinde".

Rav Schimon Schwab gibt dazu folgende Erläuterung: Warum meint die Mischna, dass der Streit von Korach und seiner Gemeinde keinen himmlischen Zweck hatte?
Sagt Rav Schwab, wenn der Streit einem himmlischen Zweck dient, dann wissen beide Seiten, dass der Streitpunkt auch eine Kehrseite hat. Schammai konnte für "schuldig" befinden und Hillel für "unschuldig"; beide Mischna-Lehrer waren nur an der Wahrheit interessiert. Um jedoch zur Wahrheit zu gelangen, muss man auch die andere Seite anhören. Man muss imstande sein, zugeben zu können, dass es bei einem Streit auch einen anderen Sichtwinkel gibt. Es kann sein, dass – aus meinem Blickwinkel – die andere Seite unrecht hat, aber ich gebe zu, es gibt eine andere Sichtweise.

Der Streit von Korach und seinen Anhängern war ein Streit ohne himmlischen Zweck. Diese Menschen meinten, es gebe in dieser Streitsache nur ihre eigene Sichtweise. Es gäbe nichts zu diskutieren. Sie waren nicht einmal bereit, die andere Partei anzuhören. Sie waren nicht interessiert, die Wahrheit zu finden. Ihr gesamtes Interesse lag darin, ihre Sichtweise durchzusetzen. Dies war nicht ein Streit zwischen Korach und Mosche. Für diese Gemeinde gab es Mosche nicht einmal. Er war nicht einmal Partei in diesem Streit.

Wir müssen genügend verständnisvoll und tolerant sein, um wahrzunehmen, dass es bei einer Angelegenheit vielleicht zwei Sichtweisen gibt. Wir müssen zumindest bereit sein, zuzuhören und die Argumente der anderen Seite zu überdenken. Wir mögen vielleicht nicht mit der anderen Seite einverstanden sein, aber wir sollten uns doch mindestens eingestehen, dass es eine andere Sichtweise gibt. Manchmal werden Menschen so engstirnig und intolerant, dass sie nicht einmal dies sehen wollen.

Der Talmud sagt uns: "Genau wie die Gesichter der Menschen einander nicht gleichen, so sind auch ihre Ansichten nicht gleich" [Berachot 58a]. Genauso wie zwei Menschen nie gleich aussehen, so ist auch ihre Denkweise nicht dieselbe.

Ich hörte einmal eine Erklärung von Rav Schlomo Eiger zu diesem rabbinischen Ausspruch. Der Talmud will uns sagen, dass – genauso, wie es mir nichts ausmacht, wenn jemand nicht so aussieht wie ich – es mir auch nichts anhaben sollte, wenn jemand nicht so denkt wie ich.

Ein Mensch zählt zu den Schülern von Hillel und Schammai, wenn er tolerant ist und es ihn nicht stört, wenn jemand eine andere Meinung vertritt. Wenn jemand jedoch keine andere Meinung ausser seiner eigenen ertragen kann und meint "es gibt keine andere Sichtweise", muss man ihn leider als Schüler von Korach und seiner Gemeinde bezeichnen.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Naftali Zwi Berlin, der „Netziv“ (1817 – 1893): Rosch Jeschiwa in Woloschin, Russland
Rav Schimon Schwab (1908 – 1995): Rabbiner der Gemeinde Adat Jeschurun in Washington Heights, New York.
Rav Schlomo Eiger (1786 - 1852): Rabbiner in Posen



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