Tischri
/Paraschat Ha'asinu - Asseret Jemei Teschuva

Raw Frand zu Parschat Bechukotai 5772 (Beitrag 3)

Eine Zeit für Glauben und eine Zeit für Ketzerei


Noch einen Gedanken möchte ich zum Schluss ausführen. Es ist wahr, dass wir uns in Bezug unseres Lebensunterhaltes auf unser Vertrauen („Bitachon“) stützen sollen. Wir dürfen aber nie vergessen, dass wir dieses Konzept nur für uns, nie aber für andere anwenden sollen.

Ich habe einmal eine Bemerkung des Brisker Rav vernommen. Es ist kaum zu glauben, dass er das wirklich gesagt hat, aber nur jemand wie der Brisker Rav konnte sich erlauben, so etwas zu äussern.

Jede Gemütsneigung hat ihren Platz in dieser Welt; sogar Wut, Hochmut, Neid und Streitsucht. Üblicherweise sind dies zwar schlechte Eigenschaften, aber manchmal sind sie angebracht. Manchmal muss man auch für seine Ehre einstehen. Es gibt sogar Gelegenheiten, bei denen man einen Streit (Machloket) vom Zaune brechen muss.

Es gibt eine weitere schlechte Eigenschaft, die „Kefirah“, Ketzerei, genannt wird. Ein torakundiger Mensch, der G’tt leugnet, „Kofer“ genannt, hat diese schreckliche Eigenschaft. Wann ist „Kefirah“ angebracht? Sagt der Brisker Rav: “Wenn dein Freund deine Hilfe braucht, dann musst du ein „Kofer“ sein.“

Mit anderen Worten: Falls ein anderer Probleme hat, ist die Haltung: G’tt wird schon für ihn sorgen, G’tt wird ihm sicher eine Stelle verschaffen, G’tt wird ihm selbstverständlich ein Darlehen besorgen, nicht am Platz. In solchen Momenten, so sagt der Brisker Rav, soll ein Mensch „nicht an G’tt glauben“. Hier soll man das Gefühl haben, dass G’tt nicht für ihn sorgen wird. Vielmehr: der Mensch muss hier selbst Verantwortung übernehmen. Das ist nicht die Zeit für Glauben und Vertrauen. Jetzt muss in die Hände gespuckt und ohne Zögern und mit Schwung sich an den Einsatz für den andern heran gemacht werden.

Ich brauche nicht über die Arbeitswelt zu reden. Ich muss nicht erzählen, dass viel zu oft nicht das zählt, „was ich kann“, sondern eher „wen ich kenne“. Ich muss nicht aufzählen, wieviele Stellen unter der Hand vermittelt werden. Wenn es um deinen Lebensunterhalt geht, musst du Glauben bewahren. Wenn es aber um den Lebensunterhalt eines anderen geht, musst du handeln. In dieser Situation ist nach den Worten des Brisker Rav für uns „Kefirah“ angebracht.

Quellen und Persönlichkeiten:
Brisker Rav (1886 - 1959); [Rav Jizchak Ze’ev Soloveitschik].



Rav Frand, Copyright © 2012 by Rav Frand und Project Genesis, Inc und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor, Project Genesis und Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum und auf Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, sowie www.torah.org.

What do you think?

Send us feedback!

Drucken E-Mail

  • /parascha/44-bechukotai/1122-raw-frand-zu-parschat-bechukotai-5772-beitrag-2.html
  • /parascha/44-bechukotai/1023-raw-frand-zu-parschat-bechukotai-5771.html

Das diesjährige Schabbat-Projekt - von Oberrabbiner Warren Goldstein

WhatsApp Image 2018 11 01 at 16.12.30

Ein nicht beabsichtigtes Schabbat-Verbot

שולחן שבת

Schabbat - Gedenktag der Schöpfung und G-ttes Einflussnahme auf die Geschichte

שבת

Aktuell sind 520 Gäste und keine Mitglieder online

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels
in der Schweiz

hotelinberge

Koschere Hotels