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Raw Frand zu Parschat Wajeschew 5765 (Beitrag 1)

Josef’s Beschäftigung mit seinen Haaren war kein jugendliches Gehabe

Der Passuk (Vers) beschreibt Josef als „v’hu Na’ar“ („und er war ein Knabe“) [Berejschit 37:2]. Zu Beginn der Parascha zitiert Raschi einen dazugehörigen Midrasch. Der Midrasch sagt, dass Josef unreif handelte, so wie ein Knabe. Er hatte die Angewohnheit, seine Haare herzurichten und seine Augen zu schminken, damit er gut aussah.

Josef war damals 17 Jahre alt, sein Verhalten war für einen 17-jährigen angemessen. Andererseits scheint es ein sehr ungewöhnliches Verhalten für eine Person von Josef’s Format zu sein. Unsere Weisen lehren uns, dass Josef beinahe eine Kopie von unserem Patriarchen Ja’akov war. Wegen seiner Zurückhaltung, die er in der dieswöchigen Parascha zeigt, gilt er als Josef, der Gerechte („haZaddik“). Er erlag der Versuchung nicht, obwohl er seit vielen Jahren getrennt von seiner Familie gelebt hatte. Josef hatte einen rechtschaffenen Charakter. Jede einzelne Handlung, die er tat, geschah zu Ehren des Himmels. Wie können wir ihm - sogar im Alter von 17 Jahren - unterstellen, dass es ihm nur um das Aussehen ging?

Sogar, wenn wir dazu geneigt sind, Josef’s Verhaltensweise, sich feinzumachen, als das törichte Verhalten eines Jugendlichen abzutun, eine Verhaltensweise, der er bald entwachsen sein würde, so ergäbe sich immer noch eine Schwierigkeit. Später in der Parscha steht nämlich [Berejschit 39:6]: „Und Josef war von schöner Gestalt und von schönem Antlitz“ („jefe toar v’jefe mar’eh“). Der Midrasch Tanchuma bemerkt dort folgendes: Als Josef sah, dass er (in Potiphar’s Haus) eine führende Stellung innehatte, begann er wie ein Monarch zu essen, zu trinken und seine Haare herzurichten. G’tt bemerkte dazu: „Dein Vater trauert um dich und du beschäftigst dich mit deinen Haaren!“

Josef war schon erwachsen. Warum wirft ihm der Midrasch erneut seine Beschäftigung mit seinen Haaren vor? Man bedenke, dass wir den gerechten Josef vor uns haben. Was geht hier wirklich vor?

Rav Schwab liefert uns eine interessante Erklärung. Die Torah nennt Josef einen ‚Na’ar’ (Jüngling). Die Torah gebraucht diesen Begriff auch in der letztwöchigen Parscha (Vajischlach) für Schechem, Sohn des Chamor. „Der Jüngling säumte nicht, es ins Werk zu setzen; denn er sehnte sich nach der Tochter Ja’akovs.“ Zu dem Zeitpunkt war Schechem, Sohn des Chamor, aber kein Knabe mehr. Er war vielmehr einer der angesehensten Männer der Stadt. Warum wird er in dem Passuk als ‚Na’ar’ bezeichnet?

Dies lehrt uns, dass die Definition eines ‚Na’ar’ nicht mit dem tatsächlichen Alter zusammenhängt. Vielmehr ist die Bezeichnung ‚Na’ar’ symbolisch für die Ungestümheit der Jugend. Wenn man älter wird, lernt man das Leben langsamer und überlegter anzugehen. Man trifft keine voreiligen Entscheidungen. Oft will ein junger Mensch etwas nicht ‚jetzt’, sondern am liebsten bereits ‚gestern’. Wenn wir älter werden, lernen wir, dass wir Dinge überdenken und abwarten müssen. Wir können nicht immer alles reflexartig an uns reissen.

Schechem war eine ältere Person. Er war sogar eine angesehene Persönlichkeit. Er handelte aber trotzdem wie ein ‚Na’ar’, weil er auf den Vorschlag von Schimon und Levi einging, ohne vorher darüber nachzudenken. Dies ist die Definition eines ‚Na’ar’.

Unsere Weisen lehren uns, dass Josef König über seine Brüder war. Josef wusste dies aus seinen Träumen. Er sah voraus, dass sie sich vor ihm verbeugen und er König sein würde. Ein Gesetz der Monarchie war es, körperlich auffällig zu sein. „…“[Jeschajahu 33:17]. Der Talmud [Sanhedrin 22b] legt fest, dass ein König sein Haupthaar täglich pflegen muss. Er vertritt das Volk und muss daher ein stattliches Aussehen haben, damit das Volk ihn respektiert.

Wenn unsere Weisen lehren, dass Josef wie ein ‚Na’ar’ handelte, dann meint dies, dass es ein Fehler war, sich schon im Alter von 17 Jahren als Monarch zu sehen. Es war keine jugendliche Haarpflege. Das Problem war, dass er sich als Herrscher über seine Brüder empfand, bevor die Zeit dafür reif war. Auch das ist die Bedeutung des zweiten Midraschs. Als sich Josef seiner Führungsposition im Hause Potiphar’s bewusst wurde, begann er wieder damit, seine Haare herzurichten. Wieso? Josef dachte abermals, die Zeit, sich wie ein König zu verhalten, sei nun gekommen. Er war wieder voreilig. Dieses unreife Verhalten, und nicht jugendliches Interesse für seine Haare, war das „maseh na’arus“ („‚unreife’ Handlung“), welches der Midrasch Josef vorwirft.


Quellen und Persönlichkeiten:
Midrasch: Erklärung zur Torah, oft mit Gleichnissen.
Rav Schimon Schwab (1908 - 1995): Rabbiner der Gemeinde Adat Jeschurun in Washington Heights, New York.
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland); "Vater aller Torahkommentare".



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