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Raw Frand zu Parschat Wajischlach 5768 (Beitrag 2)

Feinfühligkeit goreret (führt zu) mehr Feinfühligkeit

Diese Parscha beinhaltet den Pasuk, "Und Dinah ging hinaus – die Tochter von Leah, die sie dem Jaakow geboren hatte –um sich unter den Töchtern des Landes umzusehen." [Bereschit 34:1] Dies ist eines der erschreckendsten Ereignisse im bewegten Leben von Jaakow Awinu. Sowohl die Tatsache, dass seiner Tochter Gewalt angetan wurde, wie auch die Auswirkungen dieser Tat sind sehr bestürzend.

Chasal wundern sich, weshalb Dinah die “Tochter von Leah” genannt wird. Sie fragen "Ist sie nur die Tochter von Leah, und nicht die Tochter von Jaakow?"

Dies ist wie ein Vater, der nach Hause kommt, nachdem sich eines der Kinder schlecht benommen hat. Seine Frau sagt zu ihm, "Du wirst nie erraten, was DEIN Sohn heute getan hat!" Die übliche Antwort zu einem solchem Ausspruch wäre "Ist er denn MEIN Sohn und nicht DEIN Sohn?"

Chasal erklären, dass Dinahs Abstammung ihrer Mutter zugeordnet wird, da "sie hinausging“, gleich wie Leah auch "hinausging“, wie es steht "Und Leah ging hinaus um ihn zu treffen" [Bereschit 30:16]. Dies ist sehr schwierig zu verstehen. Aus irgendeinem Grund geben Chasal hier Leah die Schuld und sagen bezüglich Dinah "eine die hinausgeht, die Tochter von einer die hinausgeht."

Als Leah "hinausging“, tat sie dies aus einem sehr guten Grunde, sie ging ihrem Ehemann entgegen.

Als eine Folge dieses Treffens, einer der zwölf Stämme gezeugt. Es bedarf der Erklärung, weshalb Chasal die beiden Handlungen des "Herausgehens" einander gleichstellen. Wie kann man Leah die Schuld geben? Chasal erklären, dass dies nur eine winzige Schwäche von Leah war. In der nächsten Generation aber (Dinah), offenbarte sich diese “Charakterschwäche” in einer viel stärkeren Form.

Trotz dieser Lehre von Chasal, hat der Keduschat Lewi einen anderen Zugang zum Ausdruck "Und Dinah, die Tochter von Leah ging hinaus". (Raw Lewi Jizchak von Berditschew, der Autor des Keduschat Lewi, hatte es sich zur Lebensaufgabe gemacht "melamed Sechut" zu sein, immer eine Rechtfertigung für den Klal Jisrael zu finden.)

Der Keduschat Lewi schreibt, dass Dinah die Tochter von Leah genannt wird, da ihre ganze Existenz einer Tat von Leah zugrunde lag. Was heisst das? Der Pasuk schreibt in Parschat Wajeze "Und nachher gebar sie eine Tochter, und sie nannte sie Dinah." [Bereschit 30:21]

Raschi zitiert eine berühmte Gemara (Talmud): "Unsere Lehrer erklärten, sie hiess Dinah, denn Leah sass über sich selbst Gericht (Gericht - Din): "Wenn dies ein Junge ist, dann wird meine Schwester Rachel nicht einmal wie eine der Mägde sein. Sie betete wegen des Ungeborenen und es verwandelte sich in ein Mädchen." [Berachot 60a]

Leah war wieder schwanger geworden, nachdem sie schon sechs Söhne hatte. Und wirklich, nach dieser Gemara, war sie schwanger mit einem Sohn. Sie machte eine einfache Rechnung: "Ich habe schon sechs Söhne. Jede der beiden Mägde hat zwei Söhne. Wenn ich einen siebenten Sohn habe, dann wird Jaakow schon elf der zwölf Söhne haben, die für ihn vorgesehen sind. Meiner Schwester Rachel bleibt dann nur ein Sohn übrig, weniger sogar als den Mägden." Zu dieser Zeit war Rachel schwanger mit einem Mädchen, das Dinah gewesen wäre. Leah sorgte sich um die Beschämung ihrer Schwester und betete zu G’tt, dass durch ein Wunder ein Tausch geschehen möge. Sie solle das weibliche Kind gebären und ihre Schwester das männliche.

Dies geschah denn auch. Die Babys wurden durch ein Wunder vertauscht. Rachel wurde mit Josef schwanger und Leah mit Dinah. Dies ist die Bedeutung des Ausdrucks "und nachher (nachdem sie diese Rechnung gemacht hatte) gebar sie eine Tochter und nannte sie Dinah (basierend auf den Din, den sie mit sich richtete)"

Der Keduschat Lewi benutzt diesen Midrasch um die Zuordnung von Dinah als "die Tochter von Leah" in unserer Parscha zu erklären. Dinah wurde nur durch Leahs Intervention geboren – durch ihr Flehen zu Haschem für ihre Schwester.

Der Schemen HaTow nimmt diese Erklärung des Keduschat Lewi – die grosse Selbstaufopferung von Leah für ihre Schwester - und macht sie zu einer Frage: Weshalb eigentlich findet diese grossmütige Tat von Leah in Chasal nicht mehr Bedeutung? Weshalb wird dieser ungeheure Verdienst von Leah nicht mehr erwähnt?

Der Schemen HaTow antwortet, der Grund, weshalb dieser Verdienst nicht direkt Lea angerechnet wird, ist weil er eigentlich Rachels Verdienst ist. Es war nämlich ein Begebnis viele Jahre früher, das Leah dazu brachte, so zu handeln. Wenn es jemanden gab, der wirklich feinfühlig war bezüglich der Beschämung ihrer Schwester, dann war das Rachel.

Rachel hätte Jaakow heiraten sollen. Lawan machte einen Tausch. Eine Tochter hätte Jaakow heiraten sollen und die andere Ejsaw. Rachel riskierte die Möglichkeit, die Frau des schlechten Ejsaw zu werden, um ihrer Schwester die Beschämung zu ersparen!

Jahre später inspirierte Rachels Selbstaufopferung Leah, dass sie den Gefallen zurückzahlte und den siebten Sohn aufgab, damit ihre Schwester nicht fühlen sollte, dass sie weniger zum zukünftigen Klal Jisrael beigetragen hatte, als die Mägde. Wenn wir es so anschauen, dann zeigte Leahs Opfer weniger Feinfühligkeit und war nur eine Folge von Rachels anfänglichem Opfer. Darum, sagt der Schemen HaTow, erwähnen Chasal diese Tat weniger ausführlich als das Opfer von Rachel. Das hauptsächliche Verdienst wird Rachel angerechnet.

Von hier lernen wir eine Lektion in Feinfühligkeit.

Ich will noch eine Geschichte erzählen – nicht von biblischen Menschen sondern von einem Zeitgenossen – der auch so feinfühlig war, einen Mitmenschen vor Scham zu bewahren.

Es hatte zwei Ba'ale Keriah (Torah-Vorleser) in einer Schul. Um Anonymität zu bewahren, werden wir sie Re’uwen und Schimon nennen. Sie lasen die Torah immer abwechselnd. Es war Re’uwens Woche um zu lesen. Doch am Freitagabend kam Re’uwen nach Schul und sagte zu dem Gabbai "Ich bin heiser. Ich kann morgen nicht leinen. Bitte frage Schimon, ob er diesen Schabbat für mich einspringen kann." Der Gabbai ging zu Schimon und richtete ihm Re’uwens Bitte aus. Schimon sagte, es sei kein Problem, er werde sich während des langen Freitagabends vorbereiten und am nächsten Morgen leinen.

Am nächsten Morgen, als sie die Sefer Torah herausnahmen, ging Re’uwen hinauf um zu leinen! Er war jedoch offensichtlich heiser und als die erste Alijah vorbei war, rief er laut aus, "Ich kann nicht mehr weiter. Meine Stimme ist heiser. Lasst Schimon leinen." Schimon ging zur Bimah und übernahm das Leinen von da an.

Nach dem Gebet, ging der Gabbai zu Re’uwen und fragte für eine Erklärung: "Ich verstehe nicht. Was war dieses ganze Schauspiel? Wir haben dies doch gestern diskutiert. Alles war doch abgemacht. Weshalb hast du begonnen zu leinen und dann dieses ganze Schauspiel gemacht, als ob du erst jetzt heiser geworden seiest?"

Re’uwen erklärte, er war besorgt, dass er Schimon nicht genug Zeit gegeben habe, um sich gründlich vorzubereiten. Er befürchtete, dass Schimon unvorbereitet leinen müsste und da er nicht genügend darauf vorbereitet war, würde er vielleicht viele Fehler machen und sich schämen. "Viele Menschen würden sich nicht daran erinnern, dass es gar nicht Schimons Woche war um zu leinen. Sie würden denken, dass er Fehler machte, da er kein guter Ba'al Koreh sei. Ich wollte es klar machen, dass es eigentlich meine Woche sei und dass Schimon kurzfristig für mich eingesprungen ist."



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