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Raw Frand zu Parschat Wajischlach 5765 (Beitrag 2)

Ja’akov stellt seine Fähigkeit, sich an Schechem zu rächen, in Frage

Der Midrasch sagt, dass Ja’akov, nachdem seine Tochter Dina von den Menschen Schechems geschändet worden war, beschloss, nichts zu unternehmen, bevor seine Söhne nicht vom Feld zurückgekehrt waren. Der Midrasch zitiert als Hinweis einen Satz aus Mischlej/Sprüche: „Und ein weiser Mann bleibt stumm.“ [Mischlej 11:12] Ja’akov zeigte keine Reaktion, weil ein weiser Mann seine Ruhe bewahren kann.

Rav Schwab deutet diesen Midrasch auf eine interessante Weise. Wieso reagierte Ja’akov nicht? Der Vers sagt: „Und ein G’tt der Rache ist Haschem.“ [Tehillim/Psalmen 94:1] Der Talmud sagt: „Gross ist die Rache, weil sie zwischen die Namen von G’tt gestellt wurde.“ [Berachot 33a] Rav Schwab deutet dies so, dass das Recht und die Fähigkeit, Rache zu nehmen, G’ttes Domäne bleibt. Uns steht dies nicht zu.

Unsere Weisen sagen, dass wir uns mit Mizwot aller Arten abgeben sollen, sogar wenn unsere Absichten nicht absolut rein sind. [Sotah 22b] Dies gilt für das (Torah-) Lernen, Wohltätigkeit oder alle Arten der Einhaltung von Geboten. Trotz alledem: In einem Lebensbereich werden vom Menschen nur die lautersten Absichten gefordert: Dies gilt für den Bereich von Eifer und Rache.

Jemand, der voll Eifer für den Herrn der Welt in den Kampf ziehen will, muss sicher sein, dass seine Absichten lauter und ohne persönliche Hintergedanken sind. Deshalb umgibt G’tt die Rache mit Seinem Namen (im vorher zitierten Pasuk „Kel Nekamot Haschem“).

Nur sehr selten bekommt ein Mensch die Erlaubnis, Rache zu nehmen, weil der Mensch kaum aus völlig lauteren Motiven dazu in der Lage ist. Unsere Gedanken sind nicht genügend rein.

Ja’akov handelte nicht, als er vernahm, dass seine Tochter geschändet worden war. Es war ihm bewusst, dass er vielleicht deshalb zur Tat schrit, weil er diese Untat als persönliche Beleidigung empfand. Die Gemara sagt, dass Ja’akov nach Schechem kam und für sie Münzen prägte. Er baute öffentliche Badehäuser. Er machte Schechem bekannt. Und was war der Dank der Leute von Schechem? Sie nahmen seine einzige Tochter und schändeten sie. Aus diesem Grund zweifelte er, ob seine Reaktion einzig der Verherrlichung G’ttes dienen würde – und er hielt sich mit der Rache zurück.

Die Brüder kehrten heim. Sie schritten zur Tat, weil „eine Untat geschah gegen Israel“. [Bereschit 34:7] Sie waren nicht voreingenommen, weil es sich um ihre Schwester handelte. Sie nahmen das Heft in die Hand, weil die Untat an sich verwerflich war. Die Reaktion entsprang ihrem lauteren Herzen. Ja’akov, die Verkörperung von Aufrichtigkeit, der seine eigenen Beweggründe hinterfragte, konnte sich nicht zu Rache durchringen. Auf ihn münzte der Midrasch das Wort: „Der weise Mann bleibt stumm.“


Quellen und Persönlichkeiten:
Midrasch: Erklärung zur Torah, oft mit Gleichnissen.
Rav Schimon Schwab (1908 - 1995): Rabbiner der Gemeinde Adat Jeschurun in Washington Heights, New York.



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