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Raw Frand zu Parschat Toldot 5764 (Beitrag 3)

Die Anwesenheit einer Persönlichkeit ist die beste Lektion in Mussar (Charakterbildung)

Die Haftara (wöchentliche Prophetenvorlesung) zu Parschat Toldot wird normalerweise aus dem Buch Malachi vorgelesen. Malachi beschuldigt die Juden allgemein und besonders die Kohanim (Priester), dem Dienst im Tempel nicht die gebührende Ehre entgegenzubringen. Dies ist der tiefere Zusammenhang zwischen der Parscha (Wochenabschnitt) und der Haftarah.

Die Haftara beginnt mit: "Ist nicht Ejsav Ja’akovs Bruder ..." [Malachi 1:2]. G‘tt spricht: "Warum habe ich Ja’akov ausgewählt und Ejsav abgelehnt?" Wie wir vorher festgehalten haben, war Ja’akov eine Person mit seelischer Grösse, während Ejsav ein Mensch war, der eng mit dem Weltlichen verbunden war. "Das ist der Grund", sagt G’tt, "weshalb Ich euch, den Klal Israel, auswählte."

Darum ist es auch besonders betrüblich, wenn Israels eigene Kohanim, Leute, die Seelengrösse verkörpern sollten, ihren Dienst nicht richtig ausführen. Sie haben sich im Grunde genommen von Ja’akov zu Ejsav gewandelt.

Der Prophet fährt mit der Zurechtweisung der Kohanim, deren Taten viel zu wünschen übrig liessen, fort. Zum Schluss beschreibt er, wie sich ein echter Kohen benehmen soll: "Die Lehre der Wahrheit hörte man aus seinem Mund und nie vernahm man Gassensprache ("Avlah") von seinen Lippen; er wandelte mit Mir in Frieden und Gerechtigkeit und hielt viele von der Sünde ab"[2:6].

Alles passt schön in diesen Vers hinein mit Ausnahme von vier Worten. Auf der Liste der hier beschriebenen Lobpreisungen fällt der Ausdruck "und nie vernahm man Gassensprache von seinen Lippen" auf.

Dies erscheint etwas unpassend. Wird so der ideale Kohen beschrieben? Kann der Prophet nichts Besseres über ihn sagen, als dass er keine Unflätigkeiten spricht?

Ich hörte einmal einen Gedanken von Raw Nissan Alpert szl, welchen er an der Grabrede seines Rebben, Rav Mosche Feinstein szl geäussert hatte: Es gibt Leute, die keine Anstandsregeln zu lehren brauchen.

Jede Gemeinschaft muss Leute haben, die ihr Verhaltensregeln erteilen müssen. Wie sollen diese Regeln vermittelt werden? Die Person, welche Charakterbildung lehren muss, tritt auf und knöpft sich die einzelnen Mitglieder vor: "Ihr sollt dies und das nicht tun, etc."

Es gibt jedoch Menschen, die auch ohne Worte Anstand lehren können. Ihre Natur, ihr ganzes Dasein ist die beste Lektion in Mussar (Charakterbildung). Zu sehen, wie sie sich nicht aus den sprichwörtlichen vier Amot (Handbreiten) der Torahlehre entfernen, ist bereits die beste Lehre. Eine Persönlichkeit wie Raw Mosche Feinstein zu betrachten, seiner Demut gewahr zu werden, seine Ehrlichkeit zu sehen, seine G‘ttesfurcht zu erkennen, sowie seine Liebe zu Israel zu erleben ­ da braucht es keine Worte!

Das meint der Prophet. Der Kohen, den er beschrieben hatte, war die Ehrlichkeit in Person. Auch wenn er eine Mussarlektion erteilen musste, war dies kein Anlass für "Avlah" , einen Kraftausdruck. Die Anwesenheit dieses Menschen an sich war bereits eine eindrückliche Mussarlehre.

Dies ist der Kohen und der geistige Führer, den der Prophet beschreibt ­ jemand, der kein Wort der Ermahnung äussern muss. Seine Gegenwart allein war bereits der grösste Ansporn zur Selbstverbesserung.


Quellen und Persönlichkeiten:
Rabbi Mosche Feinstein (1895 ­ 1986): Rosch Jeschiwa von Mesivta Tiferet Jerusalem, New York. Einer der grössten, zeitgenössischen Autoritäten der Halacha.
Rav Nissan Alpert [Limudej Nissan] (gest. 1986): Schüler und Nachbar von Rav Mosche Feinstein; gestorben kurz nach Raw Mosche. Autor des Bibelkommentars Limudej Nissan. Rav der Agudah Long Island in Far Rockaway und Lehrer an der Jeschiwah "Rabbenu Jitzchak Elchanan"; New York City.



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