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Raw Frand zu Parschat Chaje Sara 5766 (Beitrag 1)

Ein kleiner Versprecher kann über Leben und Tod entscheiden

Raschi [Bereschit 23:2] zitiert den Grund, welcher der Midrasch Tanchuma für die Nebeneinanderstellung der „Bindung von Jizchak“ (der „Akeida“) und den Tod Sara’s angibt: „Als sie die Nachricht von der Bindung vernahm, und dass ihr Sohn zu Schlachtung vorbereitet und beinahe geschlachtet worden war („kim’at schelo nischchat“), entfloh ihre Seele und sie verschied.“

Der Siftej Chachamim zieht aus Raschi’s Verwendung des Ausdrucks „kim’at schelo nischchat“ (welcher wörtlich bedeutet: „er wurde beinahe NICHT geschlachtet“) folgenden Schluss: Die einfache Übersetzung von Raschi bedeutet, dass Sara über die Tatsache erschrak, dass Jizchak beinahe geschlachtet worden wäre. Genau betrachtet ist das jedoch nicht Raschi’s Aussage.

Der Siftej Chachamim beschreibt deshalb die Szene anders: Der Engel kam vom Berg Moria und begann Sara zu schildern, was bei der Akeida geschah. Er fing etwa so an: „Dein Sohn wurde geschlachtet, aber er wurde nicht umgebracht.“ Der Engel hätte eher sagen sollen: „Ich habe dir eine frohe Botschaft. Dein Sohn ist wohlauf. Er wäre beinahe geschlachtet worden.“ Statt auf diese Art zu berichten, begann der Engel mit der dramatischen Erklärung: „Dein Sohn wäre um ein Haar geschlachtet worden.“ Sara verschied bevor er die Möglichkeit hatte, die Worte anzufügen: „aber es geschah ihm nichts.“

Rav Jerucham Leibowitz bemerkt dazu folgendes: Hieraus können wir erkennen, wie jemand – sogar ein Engel – die Möglichkeit hat, gute Nachrichten zu überbringen und stattdessen die ganze Aufgabe verpfuscht, weil er seine Worte in der falschen Reihenfolge übermittelt. Der Engel der „frohen Botschaft“ wurde zum Todesengel.

Wir müssen daraus die Lehre ziehen, dass wir genauestens darauf achten müssen, wie wir reden. Oft geschieht es, dass Menschen Schaden anrichten, ohne es zu wollen. Es kommt vor, dass sie anderen Leuten Dinge auf eine Art und Weise sagen, die Schmerz bereitet. Dahinter steckt kein böser Wille. Ihre Absicht ist nicht boshaft. Es ist nur eine Art von Gedankenlosigkeit oder, im schlimmsten Fall, von Dummheit. Wir haben jedoch keine Berechtigung, dumm zu sein. Rabbi Jisrael Salanter pflegte zu sagen, dass die erste Mizva der Torah ist: „Sei kein Narr!“

Manchmal ist es einzig die Art und Weise, wie man etwas sagt, welche den ganzen riesigen Unterschied macht. Manchmal werden Menschen aus Unachtsamkeit bei der Äusserung bestimmter Gedanken schrecklich verletzt, einfach nur, weil jemand die Sache nicht richtig durchdacht hatte.

Wir müssen ein Gefühl für das entwickeln, was in den Häusern und den Köpfen unserer Zuhörer vorgeht. Wir müssen denken, bevor wir reden, und denken, während wir reden. Wir müssen wissen, was zu sagen, wem es zu sagen, wie es zu sagen und unter welchen Umständen etwas nicht geäussert werden sollte.

Wir können Raschi’s Worten entnehmen, dass es Momente gibt, in denen bereits ein kleiner Versprecher den Unterschied zwischen Leben und Tod ausmacht.


Quellen und Persönlichkeiten:
Raschi (1040 - 1105) [Rabbi Schlomo ben Jizchak]: Troyes (Frankreich) und Worms (Deutschland), "Vater aller Torahkommentare".
Siftej Chachamim: Kommentar zum Raschi-Kommentar von Rabbi Schabsaj Bass (1641-1718)
Midrasch: Erklärung zur Torah, oft mit Gleichnissen.
Rav Jerucham Leibowitz (1874 - 1936): Einflussreicher Denker, Maschgiach (Leiter und geistiger Ratgeber) der Jeschiwa in Mir, Litauen.
Rabbi Jisrael Salanter (1810 – 1883): Gründer der Mussarbewegung (Schulung des Charakters); Rosch Jeschiwa in Wilna und Kovno; Litauen.



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