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Paraschat Wajeze

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Raw Frand zu Parschat Wajera 5766 (Beitrag 2)

Der wahre Schüler Avraham Avinu’s

Der Pasuk schreibt: „Avraham aber begab sich des Morgens früh an den Ort, an dem er vorher gestanden hatte,…“ [Bereschit 19:27]. Nach Avraham’s Zwiegespräch mit G’tt, als er für Sodom eintrat, die Stadt mit seinen Bitten jedoch nicht zu schützen vermochte, sagt der Pasuk, dass Avraham an den Ort zurückkehrte, wo er ursprünglich vor dem Angesicht des Ewigen gestanden hatte.

Der Talmud lernt aus dieser Begebenheit [Brachot 6b], dass „Jedem, der einen festgesetzten Ort für das Gebet festlegt, wird der G’tt Avraham’s helfen“. Der Talmud lehrt die Wichtigkeit eines bestimmten Gebetsplatzes von Avraham. Der Talmud legt dar, dass derjenige, der an einem festen Platz betet, nicht nur Antwort vom G’tte Avraham’s erhält, sondern auch verdient, dass die Menschen nach seinem Tode über ihn sagen werden, dass er „ein solch bescheidener Mensch, ein solch g’ttesfürchtiger Mensch, ein wahrer Schüler Avraham’s war“.

Die Frage darf gestellt werden: Auch wenn wir annehmen, dass es eine schöne Idee ist, am gleichen Ort zu beten; warum aber legt die Torah so grossen Wert auf diese Tatsache?

Ich sah eine wunderbare Erklärung von Rav Bergmann in Scha’arei Orah. Die Mischna [Avot 5:19] stellt die Schüler Avraham Avinu’s den Schülern von Bilam gegenüber: „Derjenige, der diese drei Eigenschaften besitzt ist ein Schüler Avraham Avinus’; derjenige, der drei andere Eigenschaften hat, ist ein Schüler des boshaften Bilam. Ein Mensch, der grosszügig, bescheiden und nicht hochmütig ist, ist ein Schüler Avraham Avinu’s; aber einer, der geizig, überheblich und hochmütig ist, ist ein Schüler von Bilam, dem Boshaften. Das ist der Gegensatz zwischen Avraham und Bilam.

Bilam betete auch. Als Balak Bilam darum bat, das jüdische Volk zu verfluchen, reiste Bilam an einen gewissen Ort, betete und brachte Opfer dar, war jedoch erfolglos. G’tt erlaubte Bilam nicht, das jüdische Volk zu verfluchen. Stattdessen musste Bilam sie segnen.

Was war Bilam’s sofortige Reaktion? Bilam änderte den Ort. „Lasst uns an einen anderen Ort gehen und beten.“ Sie gingen an einen neuen Ort. Sie errichteten neue Altäre und brachten neue Opfer dar.

Was geschah bei diesem nochmaligen Versuch? Er schlug fehl. Was war seine Reaktion? „Wir müssen den Ort nochmals wechseln!“ Bilam ging an einen dritten Ort und begann nochmals mit dem genau gleichen Vorgehen… Bilam war wiederum erfolglos…

Was finden wir bei Avraham? Avraham flehte zu G’tt um Sodom’s Willen. Als Avraham’s Anstrengungen jedoch keine Früchte trugen, was tat er dann? Er ging an den gleichen Ort zurück, an dem er ursprünglich gebetet hatte.

Was ist die Bedeutung der Tatsache, dass Avraham zum gleichen Ort zurück ging und Bilam den Ort wechselte? Der Unterschied zwischen Bilam und Avraham ist Hochmut.

Bilam ist hochmüchtig. Eine stolze Person kann nicht eingestehen: „Es ist mein Fehler!“. Ein hochmütiger Mensch überlegt sich: „Wenn meine Gebete nicht erfolgreich waren, muss mit dem Ort etwas falsch sein. Es muss eine äussere Einwirkung sein. Es kann nicht an mir liegen. Nichts kann mein Fehler sein.“ Wenn ein Bilam in seinen Gebeten keinen Erfolg hat, geht er an einen anderen Ort, weil er die Tatsache nicht akzeptieren kann, dass der Fehler bei ihm liegen könnte.

Auf der anderen Seite steht Avraham Avinu. Wenn er in seinen Gebeten nicht erfolgreich ist, sagt er: „Es ist mein Fehler. Ich verdiene es nicht. Ich habe nicht gut genug gebetet.“ Es hat nichts mit dem Ort zu tun. Dies ist nur eine schwache Ausrede. Ein Avraham Awinu, welcher eine demütige und bescheidene Einstellung hat, kann sich dem Gedanken „Es ist mein Fehler“ stellen.

Wenn unsere Rabbiner sagen: „Derjenige, der an einem festgesetzten Orte betet, dem wird der G’tt Avraham’s helfen…“, dann beziehen sie sich nicht nur auf einen Menschen, der das ganze Jahr hindurch in derselben Synagoge auf demselben Platze betet. Unsere Rabbiner sprechen von einem Menschen, dessen Selbstbewusstsein gesund genug ist, um zu sagen: „Es ist mein Fehler; es ist mein Versäumnis. Ich werde nicht äusseren Einflüssen oder Dingen die Schuld zuschieben.“ Wenn ein Mensch diese Eigenschaft im Leben besitzt und sein Verhalten dies widerspiegelt, dann können wir bei seiner Grabrede wahrhaftig sagen: „Ein g’ttesfürchtiger Mensch ist von uns geschieden, ein demütiger Mensch; er war ein wahrer Schüler Avraham’s.“


Quellen und Persönlichkeiten:
Rav Meir Bergman: Zeitgenössischer Rosch Jeschiwa in Benej Berak, Israel.



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