Siwan
/Paraschat Schlach Lecha

Ascher Jazar

נטילת ידיים

Aus: Die Jüdische Zeitung - Nr. 1 / 8. Tewes 5777 / 6. Januar 2017

Bearbeitet und ergänzt von S. Weinmann

Entnommen aus dem Sefer Sefer ‚Mekorej Hatefilla‘, das vor einigen Jahren von Raw Efrajim Slotnik schlit’a aus Jeruschalajim herausgegeben wurde. Das Sefer erhielt die Haskamot von Raw Eljaschiw sz’l, und von jbl“ch Raw Awraham Hakohen Kook, dem Rosch Jeschiwat Me’or Hatalmud, Rechowot und von Raw David Kohen, dem Rosch Jeschiwat Chewron.

Quelle

In der Gemara in Berachot [60b] wird gebracht, dass ein Mensch, der von der Toilette herauskommt, die Beracha ‚Ascher Jazar‘ sagen muss.

Bechochma – mit Weisheit

Man erwähnt in dieser Beracha die Weisheit G“ttes, weil Haschem den Menschen mit einer besonderen Weisheit erschaffen hat, wie es auch über die Erschaffung der Welt steht, dass Haschem die Erde mit Weisheit gründete [Mischle/Sprüche 3:19]. Der Maharsch’a erklärt, dass wir dabei dafür danken, dass HKB“H den Menschen mit einer Weisheit ausgestattet hat, anders als bei allen Tieren, die keine Weisheit besitzen (demnach bezieht sich die “Weisheit“ auf den Menschen). Andere erklären, dass sich diese Weisheit insbesondere auf die Tatsache bezieht, dass Haschem den Menschen voller Öffnungen erschaffen hatte und der Lebensgeist dennoch während dem ganzen Leben in seinem Innern bleibt. Tossafot erklärt die Weisheit damit, dass Haschem zuerst die Nahrung des Menschen erzeugte und erst nachher ihn erschuf.

Nekawim, Nekawim, Chalulim, Chalulim – Öffnungen, hohle Glieder

Man spricht bei diesen hohlen Gliedern des Menschen, wie zum Beispiel dem Magen und dem Bauch. Man sagt es in doppelter Form, weil es viele solche hohlen Glieder im Körper des Menschen gibt. Dabei soll man darauf achten, nicht ‚Chalalim‘ zu sagen, was ‚Hohlräume‘ bedeuten würde; denn wir können nicht für die Hohlräume danken, die keine ‚Schöpfungen‘ oder ‘Glieder’ sind. Wir sprechen eher von den Gliedern, die hohl sind. Die Worte ‚Chalulim, Chalulim‘ חלולים חלוליםhaben den Zahlenwert 248, die gleiche Zahl wie die Glieder des Menschen.

Sche’im Jipate’ach… – denn wenn sich eines davon öffnen oder schliessen würde, es nicht möglich wäre zu bestehen und vor dich hinzutreten…

In der Gemara wird zuerst das ‚Öffnen‘ und danach das ‚Schliessen‘ gebracht, wie es auch der Nussach (Leseart) der Aschkenasim ist. Dabei bezieht man sich auf die erwähnten Öffnungen und Hohlräume im Körper, die G“tt behüte, sich zu viel öffnen oder schliessen würden. Die Sephardim halten sich jedoch an den Nussach, der in einigen Rischonim (wie z.B. der Rambam) gebracht wird, wobei zuerst vom Schliessen und erst danach vom Öffnen die Rede ist. Nach diesem Nussach bezieht sich das ‚Schliessen‘ einerseits auf die Geburt des Menschen, bei der der Verschluss der Öffnung eine Gefahr darstellt, als auch auf die Öffnungen des Körpers. Beim ‚Öffnen‘ spricht man dann wieder über die erwähnten hohlen Glieder, die nicht geöffnet werden dürfen. Weil die Geburt des Menschen zuerst kommt, spricht man zuerst von der Gefahr des Schliessens einer Öffnung und erst danach von der Gefahr der Öffnung.

Afilu Scha’a Echat – auch nicht für eine kurze Zeit

In der Gemara werden diese Worte beim Zitieren des Nussach dieser Beracha nicht erwähnt. Als Grund dafür wird angegeben, dass ein Mensch beispielsweise seinen Mund auch während einiger Stunden geschlossen halten kann. Viele Rischonim sind jedoch der Meinung, dass man diese Worte sagen soll, da es sich auf den Zeitpunkt der Geburt eines Menschen bezieht. Zu diesem Zeitpunkt können seine Öffnungen auch nicht für einige Momente geschlossen bleiben.

Rofe chol Bassar – Derjenige, Der alle Geschöpfe heilt…

In der Gemara wird zuerst die Meinung gebracht, dass man die Beracha mit den Worten ‚Rofe Cholim – der die Kranken heilt‘ beenden soll. Die Gemara stellt aber die Frage, dass ja nicht alle Menschen als ‚Kranke‘ betitelt werden können. Es werden deshalb zwei Meinungen gebracht, dass man entweder ‚Rofe chol Bassar‘ oder ‚Maflie la’assot‘ (der mit Wunder wirkt) sagt. Die Gemara sagt daraufhin, dass man die Beracha deshalb mit beiden Begriffen beenden soll: ‚Rofe chol Bassar uMaflie la’assot‘. Es gibt auch den Minhag, ‚Rofe Cholej chol Bassar…‘ zu sagen.

Zeitpunkt der Beracha

Die Rischonim schreiben, dass es am Morgen richtig ist, die Beracha von ‚Ascher Jazar‘ unmittelbar nach der Beracha von ‚al Netilat Jadajim‘ zu sagen. Denn weil man sich am Morgen nach dem Erwachen normalerweise entleeren muss und man das Gebet nicht verrichten darf, solange man sich nicht entleert hat [Berachot 23a], geht man am Morgen in die Toilette, wäscht sich anschliessend die Hände für das Gebet und spricht diese zwei Berachot.

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