Kislew /
Paraschat Wajeze

 Wir überarbeiten momentan unsere Homepage www.juefo.com, jedoch finden Sie darin bereits viele interessante und hochaktuelle BeiträgeBesuchen Sie unsere Homepage und überzeugen Sie sich selbst.

Teilen Sie dies auch Ihren Freunden und Bekannten mit.

Schabbat – Fundament des Judentums von S. Weinmann


Beilage zum Schabbat-Projekt

Am 26./27. OKTOBER 2018 (Paraschat Wajera) kommen Juden aus allen Strömungen,

Jung und Alt, aus allen Ländern der Welt zusammen,

um die Magie eines gemeinsam gehaltenen Schabbats zu erleben.

Schabbat – Fundament des Judentums


Von S. Weinmann

Zwei Schabbatot zur Erlösung

In den Worten unserer Weisen finden wir zwei widersprüchlich lautende Aussagen:

Rabbi Schimon ben Jochai lehrte: „Würde [das Volk] Israel zwei Schabbatot nach Vorschrift halten, dann würden sie sofort erlöst werden!“ [Talmud, Traktat Schabbat, 118b]

Hielte Israel nur ein einziges Mal den Schabbat ‚kara’ui’ (vollkommen, nach Vorschrift) ein, dann würde der Maschiach kommen, denn das Halten des Schabbat kommt dem Halten aller Gebote gleich!“ [Midrasch, Schemot Rabba, 25:16]

Schabbat wiegt alle Mizwot auf

Und der Midrasch [Schemot Rabba, 25:16] fährt fort: Ganz generell finden wir, in der Thora, in den Newi’im (Propheten) und in den Ketuwim (Schriften), dass Schabbat alle Mizwot aufwiegt.

In der Thora:Mosche hatte vergessen, dem jüdischen Volk die Mizwa von Schabbat bezüglich des Man (Manna) zu sagen, und zwar, dass am Freitag eine doppelte Portion Man pro Person gesammelt werden muss (für Freitag und für Schabbat), da am Schabbat kein Essen vom Himmel kommen würde. Am Freitag ging ein grosses Staunen durch das Lager der Israeliten, jeder kam und erzählte von einem Mysterium, alle massen das Man nach dem Einsammeln zu Hause und fanden eine doppelte Portion für jeden vor!

Die Fürsten gingen zu Mosche und erzählten ihm davon. „Owej“, sagte Mosche „ich habe vergessen, euch eine wichtige Mitteilung G-ttes zu verkünden! Und er sprach zu ihnen [Schemot 16:23-28]: „Das ist es, was der Ewige gesprochen: Ein Ruhetag, ein heiliger Schabbat ist morgen dem Ewigen; was ihr backen wollt, das backt, und was ihr kochen wollt, das kocht; alles aber, was übrig ist, das lasst liegen und bewahrt es bis morgen auf… Sechs Tage hindurch sollt Ihr es auflesen, aber am siebten Tag, am Schabbat, wird keines da sein. Amsiebenten Tage jedoch gingen etliche vom Volk hinaus, um es aufzulesen, sie fanden aber nichts. Da sprach der Ewige zu Mosche:

Wie lange noch weigert ihr euch, meine Gebote und Lehren zu beobachten?“

Wieso spricht G-tt von Geboten und Lehren? Schliesslich hatten einige Leute „nur“ ein einziges Verbot – vom

Tragen der Gefässe für das Manna in öffentlichem Gebiet – am Schabbat übertreten!

Von da – so der Midrasch – lernen wir, dass das Übertreten eines einzigen Schabbatgebotes als Übertreten aller Gebote und Lehren angesehen wird!

In den Newi’im(Propheten)[Jecheskel 20:10-14]: „Und als ich sie aus Ägyptenland geführt und in die Wüste gebracht hatte; gab ich ihnen meine Gebote und lehrte sie meine Gesetze, durch die der Mensch lebt, der sie hält. Ich gab ihnen auch meine Schabbate zum Zeichen zwischen mir und ihnen, damit sie erkennen, dass ich der Ewige bin, der sie heiligt. Aber das Haus Israel war mir ungehorsam in der Wüste, und sie lebten nicht nach meinen Geboten und verachteten meine Gesetze, durch die der Mensch lebt, der sie hält, und sie entheiligten meine Sabbate sehr. Da gedachte ich, meinen Grimm über sie auszuschütten in der Wüste, und sie ganz und gar umzubringen. Aber ich unterliess es um meines Namens willen…

Nachden G-tt sich über ihren Ungehorsam beklagt, dass sie allgemeinnicht nach seinen Geboten und Gesetzen wandelten, erwähnt der Ewige noch explizit den Schabbat!

Von da – so der Midrasch – lernen wir, dass das Übertreten der Schabbatgesetze dem Übertreten aller Gebote und Lehren gleichkommt!

In den Ketuwim(Schriften) [Nechemia 9:9-14]:Und Du hast das Elend unserer Väter in Ägypten angesehen und ihr Schreien am Schilfmeer erhört. Und Du hast Zeichen und Wunder getan am Pharao und allen seinen Dienern und an dem ganzen Volk seines Landes – denn du erkanntest, dass sie gegen Israel gefrefelt hatten – und hast dir einen Namen gemacht, so wie er heute ist. Und du hast das Meer vor ihnen zerteilt, sodass sie mitten durchs Meer auf dem Trockenen hindurchgingen, und hast ihre Verfolger in die Tiefe geworfen wie Steine in mächtige Wasser; und hast sie geführt am Tage in einer Wolkensäule und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten auf dem Wege, den sie zogen. Und du bist herabgestiegen auf den Berg Sinai und hast mit ihnen vom Himmel her geredet und ihnen geradlinige Rechte, wahrhafte Lehren, gute Gesetze und Gebote gegeben; und hast Deinen heiligen Sabbat ihnen kundgetan…“

Wiederum spricht der Prophet allgemein von den Lehren, Rechten, Geboten und Gesetzen G-ttes, erwähnt aber explizit den Schabbat!

Von da – so der Midrasch – lernen wir, dass das Einhalten der Schabbatgesetze alle Gebote und Lehren aufwiegt!

Desweiteren finden wir, sagt der Midrasch, in Jeschajahu [56:1-2]: So spricht der Ewige: Wahrt das Recht und übt

Gerechtigkeit; denn mein Heil ist nahe, dass es komme, und meine Gerechtigkeit, dass sie offenbart werde. Wohl dem Menschen, der dies tut, und dem Menschenkind, das daran festhält, das den Sabbat hält und nicht entheiligt und seine Hand hütet, nichts Arges zu tun!

Wiederum wird der Schabbat, als einziges Gebot, explizit erwähnt!

Der Midrasch fährt fort: Wenn ein Mensch den Schabbat, gemäss der Halacha, hütet, kann er G-tt „diktieren“ und G-tt erfüllt seinen Willen, wie es heisst [Jeschajahu 58:13-14]„Wenn du deinen Fuss am Sabbat zurückhältst und nicht deinen Geschäften nachgehst an meinem heiligen Tage, und den Schabbat „Tag der Lust“ und den heiligen Tag des Ewigen „Geehrter Tag“ nennst; wenn du ihn dadurch ehrst, dass du nicht deine Gänge machst und nicht deine Geschäfte treibst und kein leeres Geschwätz redest; dann wirst du deine Lust haben am Ewigen…“ Der Midrasch fragt: Was bedeutet „deine Lust haben am Ewigen“? Die Antwort: In Tehilim [Psalm 37:4] steht Folgendes:Habe deine Lust am Ewigen; der wird dir geben, was dein Herz wünscht“.   Das bedeutet:  Wer sich mit dem Schabbat vergnügt, erhält, was sein Herz sich wünscht!

Nicht nur das, sondern noch viel mehr; der Prophet Jeschajahu fährt fort [ibid 58:14]: „…und ich will dich über Höhen auf Erden schweben lassen und will dich speisen mit dem Erbe deines Vaters Ja‘akow; denn des Ewigen Mund hat es geredet“. Was bedeutet „auf den Höhen der Erde“?

Wenn das jüdische Volk den Schabbat hütet, werden sie in ihr Land (Höhe der Erde) zurückkommen und von der Unterdrückung der Völker erlöst werden (über die Höhen auf Erden gehen).

Und was bedeutet, „ich will dich speisen mit dem Erbe deines Vaters Ja‘akow“? Die Antwort: Ein Erbe „ohne Grenzen“, wie es bei Ja’akow heisst [Bereschit 28:14]: „Und deine Nachkommen sollen wie der Staub der Erde sein, und du sollst dich ausbreiten gen Westen und Osten, Norden und Süden, und mit dir und deinen Nachkommen sollen sich alle Geschlechter auf Erden segnen“. Nur bei Ja’akow finden wir diesen Ausdruck der Ausbreitung in alle Himmelsrichtungen!

Also – sagt der Midrasch – bringt der Schabbat die Erfüllung aller Herzenswünsche, die Befreiung von der Unterdrückung der Völker, die Rückführung in unser Land, und schlussendlich den Empfang eines Erbes ohne Grenzen in dieser, wie auch in der künftigen Welt.

Auflösung des Widerspruchs

Und nun kommen wir zurück auf den offenen Widerspruch in den Worten unserer Weisen: Was bringt uns das grosse Glück – die Einhaltung von einem oder zwei Schabbatot?

Eine Auflösung dieses Widerspruchs lautet wie folgt:

Ein wesentlicher Aspekt des Schabbat-Hütens besteht darin, es nach genau sechs Tagen der Arbeit zu tun, wie es heisst [Schemot 20:8-11]: „Gedenke des Schabbat-tages, dass du ihn heiligst. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber der siebte Tag ist ein Schabbat dem Ewigen, deinem G-tte; da sollst du keinerlei Werk verrichten, auch nicht dein Sohn, deine Tochter, dein Knecht, deine Magd, dein Vieh, auch nicht der Fremdling, der in deiner Stadt lebt. Denn in sechs Tagen hat der Ewige Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, aber ruhte am siebten Tage. Darum segnete der Ewige den Schabbattag und heiligte ihn“.

Im Prinzip würde ein Schabbat genügen, aber wenn nun ein Mensch das erste Mal den Schabbat hütet, so ist dieser nicht nach sechs Tagen der Werkverrichtung (sondern nach einigen Jahren), deshalb wird - nach der Ansicht von Rabbi Schimon ben Jochai - noch ein weiterer Schabbat benötigt.

Dieser Gedanke kann noch vertieft erklärt werden: Es kann vorkommen, das ein Mensch wochen- oder monatelang an einem Projekt schwer gearbeitet hat. Nun bricht er zusammen und gönnt sich einen Tag voll-ständiger Ruhe. Dies ist noch kein Beweis, dass er den Schabbat halten möchte. Wenn er jedoch nur 5-6 Tage gearbeitet hat, noch gar nicht so müde ist und dennoch den Schabbat hält, dann ist der Beweis perfekt, dass er wirklich am Schabbat ruht, weil G-tt es so befohlen hat. Deshalb benötigt man einen weiteren Schabbat.

Eine weitere Auflösung dieses Widerspruchs lautet:

Der Sohar Hakadosch (Rabbi Schimon bar Jochai) schreibt: „Die ganze Woche wird durch den voran-gehenden Schabbat gesegnet – im physischen wie auch im geistigen Sinne“. Der Erfolg eines Jehudi während der Woche hängt von seinem Einsatz am Schabbat ab. Aber auch umgekehrt: Der Erfolg eines Jehudi, den Schabbat in allen Belangen zu hüten und zu feiern, hängt von seinen Vorbereitungen während der ganzen Woche ab.

Jetzt ist das Bild klar. Um in der richtigen geistigen Verfassung zu sein, eine korrekte Vorbereitung des Schabbat während der ganzen Woche zu erreichen, benötigt man die Wirkung des vorangehenden Schabbat. Wenn man dann die richtige Vorbereitung macht, gelingt der nächste Schabbat einwandfrei. Deshalb benötigen wir 2 Schabbatot. Im Prinzip genüge ein Schabbat „Kara’ui“ (vollkommen), aber dies ist kaum zu schaffen. Deshalb sagt Rabbi Schimon ben Jochai – um das Ziel zu erreichen – benötigen wir 2 Schabbatot.

Quellen:

  • Imrej Ja’akow, Paraschat Schelach (Seite 47, dritter Abschnitt). Nach „Sefer Ewen Mosche“.
  • Peninej Thora, Seite 154 – im Namen des „Jismach Mosche“, Rabbi Mosche Teitelbaum.

_________________________________________________________________________________________________________________________________

Die Bearbeitung dieser Ausgabe erfolgte durch

S. Weinmann, Zürich/Jerusalem – Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

______________________________________________________________________________________________________________

Copyright © 2018 by Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum.

Zusätzliche Artikel und Online-Schiurim finden Sie auf: www.juefo.com

Weiterverteilung ist erlaubt, aber bitte verweisen Sie korrekt auf die Urheber und das Copyright von Autor und

Verein Lema'an Achai / Jüfo-Zentrum. Das Jüdische Informationszentrum („Jüfo“) in Zürich erreichen Sie per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! für Fragen zu diesen Artikeln und zu Ihrem Judentum.

Drucken E-Mail

Paraschat Toldot

Das diesjährige Schabbat-Projekt - von Oberrabbiner Warren Goldstein

WhatsApp Image 2018 11 01 at 16.12.30

Ein nicht beabsichtigtes Schabbat-Verbot

שולחן שבת

Schabbat - Gedenktag der Schöpfung und G-ttes Einflussnahme auf die Geschichte

שבת

Jüdisches Leben in Zürich

jewish-zuerich

Jüdisches Leben in Zürich

Koschere Hotels
in der Schweiz

hotelinberge

Koschere Hotels